Die Hölle – was ist das??

Geschrieben am 09.Okt 2006 in Denk nach!, Glaube    Drucken Drucken

Ich möchte an dieser Stelle über etwas reden, worüber Jesus Christus sehr viel gesprochen hat, was aber heute kaum noch Betonung findet: über die Hölle. Das Ziel ist, dass wir uns darüber im Klaren sind, wie ernst und real die Hölle ist, was es bedeutet, ewig verloren zu gehen und wie wichtig es daher ist, unsere Mitmenschen mit dem rettenden Evangelium zu erreichen.

Versucht nicht, die Menschen mit Höllenglocken in den Himmel zu treiben. Aber ihr dürft die Himmelsglocken auch nicht so laut läuten, dass von den Höllenglocken gar nichts mehr zu hören ist. (Marquart)

I. Der Gegensatz zwischen Himmel und Hölle

«… freut euch aber, dass eure Namen in den Himmeln angeschrieben sind!» (Lk 10,20).

«… fürchtet aber vielmehr den, der sowohl Seele als Leib zu verderben vermag in der Hölle!» (Mt 10,28).

Ein Theologe formulierte es in etwa wie folgt:

«So wie es keine irdischen Freuden gibt, die als zutreffende Analogien der Wunder des Himmels dienen könnten, so gibt es keine irdische Situation, die einen Vergleich mit dem Elend der Hölle wert sind» (Robert Charles Sproul).

John Donne sagte über den Himmel:

«Ich werde von den Toten auferstehen. … Ich werde den Sohn Gottes, die Sonne der Herrlichkeit, sehen und selbst wie die Sonne scheinen. Ich werde mit den Menschen längst vergangener Zeiten vereint sein und auch mit Gott selbst, der keinen Morgen hatte, der nie begann. … Kein Mensch hat Gott je gesehen und ist am Leben geblieben. Und doch werde ich nicht leben, bis ich Gott sehe. Und wenn ich ihn gesehen habe, werde ich nie mehr sterben.»

Demgegenüber kommentiert Robert Charles Sproul die Hölle mit den Worten:

«Wenn wir uns hier und heute das schlimmste aller menschlichen Leiden vorzustellen versuchen, dann haben wir in unserer Vorstellung noch nicht die schreckliche Realität der Hölle erfasst.»

An diesen Bibelversen und Kommentaren erkennen wir einerseits die alles überragende Glückseligkeit, durch den Herrn Jesus Christus gerettet zu sein, aber andererseits die Bedeutung des Verlorengehens. Die Tragweite einer Entscheidung für oder gegen Jesus ist
buchstäblich unendlich. Es gibt Motorradclubs, die sich «Höllenreiter» oder «Höllenengel» nennen oder Rockgruppen, die in ihren Liedtexten dazu aufrufen, ihnen in die Hölle zu folgen. Es gibt Aussprüche wie «Ich bin durch die Hölle gegangen» oder «Das ist die Hölle». Und doch kratzt das alles nur leise an der Oberfläche von dem, was Hölle wirklich ist.

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Der bekannte Fernsehunterhalter Rudi Carrell ist kürzlich im Alter von 72 Jahren an einer unheilbaren Krankheit gestorben. Er bekannte sich zu einem atheistischen Leben. Auf die Frage: «Glauben Sie an ein Leben danach?», antwortete er: «Nein. Dann ist es eben aus. Aber mein Leben war aufregend genug. … Selbst wenn ich in den Himmel komme, dann will ich mir in der Hölle was dazu verdienen» (IdeaSpektrum 29/2006).
Diese Beispiele zeigen, wie verführt der Mensch ist, wie gerne er sich verführen lässt sowie andere verführt und wie wenig er das Wort Gottes realisiert, das uns sagt:

Wehe der Welt wegen der Anstösse zur Sünde! Denn es ist zwar notwendig, dass die Anstösse zur Sünde kommen, aber wehe jenem Menschen, durch den der Anstoss zur Sünde kommt! Wenn aber deine Hand oder dein Fuss für dich ein Anstoss zur Sünde wird, so haue sie ab und wirf sie von dir! Es ist besser für dich, dass du lahm oder verstümmelt in das Leben eingehst, als dass du zwei Hände oder zwei Füsse hast und in das ewige Feuer geworfen wirst. Und wenn dein Auge für dich ein Anstoss zur Sünde wird, so reiss es aus und wirf es von dir! Es ist besser für dich, dass du einäugig in das Leben eingehst, als dass du zwei Augen hast und in das höllische Feuer geworfen wirst» (Mt 18,7-9).

Es gibt nicht den geringsten Grund, die Schrecklichkeit der Hölle zu verharmlosen oder sich gar lächerlich darüber zu machen. Beinahe alles, was die Bibel über die Hölle lehrt, kommt aus dem Mund Dessen, der in diese Welt kam um Menschen vor der Hölle zu retten. Niemand hat so viel über die Hölle gesprochen wie Jesus, niemand hat so eindringlich davor gewarnt, und keiner hat so absolut darüber gesprochen wie Er. Und niemand hat so viel für uns getan, uns davor zu bewahren.

II. Ausdrücke für die Hölle

«… und in das höllische Feuer geworfen wirst, wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt» (Mk 9,47-48).

Jesus redet hier von einer Feuerstätte bei Jerusalem im Tal Ben-Hinnom («Sohn des Hinnom») oder Ge-Hinnom («Tal des Wimmerns»). Dort wurde Jerusalems Abfall abgeladen und Tag und Nacht verbrannt. Ununterbrochen brannte das Feuer und ununterbrochen wimmelte es von Würmern, die die Abfälle verzehrten. In der götzendienerischen Zeit Israels wurden hier die Kinder dem Götzen Moloch geopfert,
darum «Tal des Wimmerns». Später wurden dort unreine Leichen und hingerichtete Verbrecher verbrannt. Das hebräische Wort «Ge-Hinnom» heisst auf Griechisch «Ge-Henna» und wurde zum Inbegriff der Hölle.

«… aber die Kinder des Reiches werden in die äusserste Finsternis hinausgeworfen werden; dort wird Heulen und Zähneknirschen sein» (Mt 8,12).

«Und er rief und sprach: Vater Abraham, erbarme dich über mich und sende Lazarus, dass er die Spitze seines Fingers ins Wasser tauche und meine Zunge kühle; denn ich leide Pein in dieser Flamme!» (Lk 16,24).

«… und dass er die Engel, die ihren Herrschaftsbereich nicht bewahrten, sondern ihre eigene Behausung verliessen, für Tages mit ewigen Fesseln unter der Finsternis verwahrt hat» (Jud 6).

• weitere Bezeichnungen:

«unauslöschliches Feuer» (Mk 9,43), «ewiges Feuer» (Mt 25,41), «Feuersee» (Offb 20,14), «zweiter Tod» (Offb 20,14), «ewiges Verderben» (2.Thess 1,9)

Es gibt kein biblisches Konzept, das mehr Schrecken verursacht als der Gedanke an die Hölle. Robert Charles Sproul schreibt: Wir dürfen nicht denken, es seien nur Symbole. Es ist möglich, dass der Sünder in der Hölle einen buchstäblichen Feuersee als seinen ewigen Aufenthaltsort der Realität der Hölle, die im Bild des Feuersees repräsentiert ist, vorziehen würde. Wenn diese Bilder in der Tat Symbole sind, dann müssen wir daraus schliessen, dass die Realität schlimmer ist, als die Symbole vermuten lassen.

Der Sinn von Symbolen ist, über sich hinauszuweisen, auf einen höheren oder intensiveren Zustand der Aktualität, als das Symbol ausdrücken kann. Dass Jesus die schrecklichsten vorstellbaren Symbole gebrauchte, um die Hölle zu beschreiben, ist kein Trost für die, die sie bloss als Symbole ansehen.

… Gottlose Menschen werden im Jenseits ernsthaft wünschen, in Nichts verwandelt zu werden und für immer aufzuhören zu sein, um dem Zorn Gottes entgehen zu können» (Robert Charles Sproul, «Glauben von A-Z»).

III. Hölle: Endpunkt ohne Ausweg
Rudi Carrell sagte vor seinem Tod: «Aber ich werde lange als Wiederholung weiterleben» (IdeaSpektrum 29/2006).
Was er als Spass verstanden wissen wollte, ist in Wirklichkeit todernst. Ich denke, dass die Qual in der Ewigkeit gerade darin besteht, dass der Mensch weiterexistieren muss mit dem, was er vorher gewesen ist und getan hat ohne Vergebung empfangen zu haben. Er muss die Konsequenz seines Lebens tragen, jede Sünde. Er muss damit leben, dass er Jesus abgelehnt hat. Er wiederholt ein Leben ohne Jesus. Ein Nein zu Gott ist keine Harmlosigkeit, es ist die selbst gewollte Scheidung vom Leben. Darum entspricht die Hölle auch der absoluten Gerechtigkeit Gottes. Die Hölle versinnbildlicht nicht einen grausamen Gott, der gerne quält, sondern einen gerechten Gott, der gerne rettet. Er will nicht, dass jemand verloren geht (2.Petr 3,9). Wenn die Hölle keine Realität wäre, dann hätte Gott nicht das Ganzopfer Seines Sohnes Jesus Christus geben müssen.

Zwei Mönche hatten miteinander Streit und kamen zu keiner Einigung. Da niemand den Streit schlichten konnte, beschlossen sie, den Papst zu bitten, er möge Gerechtigkeit herstellen. Der Papst aber sprach:

«Gerechtigkeit gibt es nur in der Hölle, im Himmel regiert die Gnade, und auf Erden gibt es das Kreuz» (Heinz Gerlach, Beispielsammlung).

Ein Gott der Liebe und Heiligkeit kann Sünde von Seinem Wesen her niemals in Seiner Gegenwart tolerieren. Das würde die Liebe beflecken und Abstriche an Jesu Opfer machen. Daher muss ein Mensch, dessen Sünde Gott nicht vergeben durfte, an einen Ort, wo er
von Gott getrennt ist:

«Diese werden als Strafe ewiges Verderben erleiden fern vom Angesicht des Herrn und fern von der Herrlichkeit seiner Kraft» (2.Thess 1,9).

Da man nur in Jesus Gott nahe sein kann, muss der Mensch, der Jesus abgelehnt hat, zwangsläufig in die ewige Gottesferne. So wie die Bibel vom ewigen Leben redet, so redet sie gleichermassen vom ewigen Tod.

«Und wie den Menschen gesetzt ist, einmal zu sterben, danach aber das Gericht» (Hebr 9,27).

Es gibt keine Hoffnung auf Veränderung der Situation in der ewigen Verdammnis, in Ewigkeit nicht.
IV. Hölle: Ansporn zur Nächstenliebe und Evangelisation
Der reiche Mann in der Geschichte von Lazarus wünschte sich am Ort der Verlorenheit nichts sehnlicher, als dass seine Verwandten mit der Botschaft Gottes erreicht würden. Ein ehemals egoistischer und geiziger Mann hat jetzt solch einen Wunsch:

«Da sprach er: So bitte ich dich, Vater, dass du ihn in das Haus meines Vaters sendest — denn ich habe fünf Brüder —, dass er sie warnt, damit nicht auch sie an diesen Ort der Qual kommen! Abraham spricht zu ihm: Sie haben Mose und die Propheten; auf diese sollen sie hören! Er aber sprach: Nein, Vater Abraham, sondern wenn jemand von den Toten zu ihnen ginge, so würden sie Buße tun! Er aber sprach zu ihm: Wenn sie auf Mose und die Propheten nicht hören, so würden sie sich auch nicht überzeugen lassen, wenn einer aus den Toten auferstände!» (Lk 16,27-31).

Sollte die Hölle diesen Wunsch haben und wir nicht? Was haben wir für eine Verantwortung — z.B. Gebet, Einsatz, Hingabe, Menschen mit dem Evangelium erreichen, mit den Gaben wuchern! Es gibt keine grössere Aufgabe als diese. Verpasste Gelegenheiten sind schlimm, Lässigkeit ist eine grosse Unterlassungssünde. Unsere Mitmenschen dürfen uns nicht egal sein, es geht um den ewigen Verbleib in der Ewigkeit! Was tun wir dafür?

«Und er sprach zu ihnen: Geht hin in alle Welt und verkündigt das Evangelium der ganzen Schöpfung! Wer glaubt und getauft wird, der wird gerettet werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden» (Mk 16,15-16).

Wenn beides stimmt — und daran zweifeln wir nicht —, dann haben wir zwei Gründe in alle Welt zu gehen. Jemand hat gesagt: «Das Schlimmste, was ich einem Menschen antun kann, ist, ihm nicht den Heiland zu zeigen, der für ihn gestorben ist.»

Quelle: Mitternachtsruf.ch, Ausgabe 10/2006

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Eine Meinung zu “Die Hölle – was ist das??”

  1. Anonymous 13 Oktober 2006 at 01:31 #

    Echt gut, dass mal so eoffentlich darueber gechtieben wird.

Wie ist deine Meinung dazu?


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