Juli – Ich liebe dieses Leben?
Momentan zieht ein Song durch die Charts, der mich aufhorchen ließ. Ich geb dazu einen kurzen Kommentar ab. Hier ist der Refrain des Liedes:
Denn ich liebe dieses Leben,
ich liebe den Moment, in dem man fällt,
ich liebe dieses Leben
und ich liebe diesen Tag
und ich liebe diese Welt.
ich liebe dieses Leben,
ich liebe den Moment, in dem man fällt,
ich liebe dieses Leben
und ich liebe diesen Tag
und ich liebe diese Welt.
Das ist die Einstellung der heutigen Welt. Es wird “Juli” nicht interessieren, sie wird es nicht einmal gemerkt haben, aber ihr Lied steht im extremsten Gegegsatz zum christlichen Glauben. Ihr Lied drückt Feindschaft gegen Gott aus. Ich zitiere aus der Bibel:
Joh 12, 25: Wer sein Leben liebt, der wird es verlieren; wer aber sein Leben in dieser Welt hasst, wird es zum ewigen Leben bewahren.
Mit “sein Leben hassen” ist nicht “verabscheuen” gemeint! Die Bibel spricht hier von einer übertriebenen Wertschätzung des Lebens (auf dieser Erde). Hier könnte Juli grad abgeschrieben haben, andersreum, versteht sich. Genau wie im folgenden Vers:
1.Joh 2,15-17: Habt nicht lieb die Welt, noch was in der Welt ist! Wenn jemand die Welt lieb hat, so ist die Liebe des Vaters nicht in ihm. Denn alles, was in der Welt ist, die Fleischeslust, die Augenlust und der Hochmut des Lebens, ist nicht von dem Vater, sondern von der Welt. Und die Welt vergeht und ihre Lust; wer aber den Willen Gottes tut, der bleibt in Ewigkeit.
Und noch etwas härter drückt Jakobus es aus:
Jak. 4,4: Ihr Ehebrecher und Ehebrecherinnen, wisst ihr nicht, dass die Freundschaft mit der Welt Feindschaft gegen Gott ist? Wer also ein Freund der Welt sein will, der macht sich zum Feind Gottes!
Die Bibel fordert uns auf keinen Fall auf, das Leben an den Nagel zu hängen, uns zurückzuziehen und an nichts mehr teilzuhaben, was außerhalb unseres Umfelds geschieht! Sie fordert uns auf, zu erkennen, dass dieses Leben nicht alles ist! Dass wir nicht unsere Hoffnung auf die Vergänglichkeit setzen und mit ihr untergehen, sondern dass wir uns bewusst machen, worauf es ankommt: Auf eine persönloche, lebendige Beziehung zu Gott, dem Schöpfer des Universums und gleichzeitig dem, der sich so tief gedemütigt hat und sich wegen unseren Sünden hinrichten ließ.
Der Gott, der dich und mich und das Universum gemacht hat, lässt zu, dass sein Sohn und damit er selbst am Kreuz umgebracht wird, aus Liebe, damit die Tür in den Himmel für uns offen steht. Welche Weltreligion kann da mithalten?
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Hi Robson!
Ich mag Juli sehr. Und in der Tat, das Lied hat mich auch zum Nachdenken gebracht, als ich es – einfach so – mitgesungen habe. Deine Ausführungen zum Verhältnis “Christ / diese Welt” kann ich teilen. Ich denke es ist einfach ein fundamentaler Unterschied, ob man sich die wirklich wesentlichen und wichtigen Dinge seines Lebens auf dieser Welt oder in der kommenden Welt erwartet.
Trotzdem möchte ich deine überaus scharfe Kritik zurückweisen.
“Ihr Lied drückt Freindschaft gegen Gott aus”
Ich glaub’ das kannst Du nicht so schreiben. Woran machst Du das fest? Ich denk die Band Juli beschreibt in diesem Text Lebenswirklichkeit, mit der die Bandmitglieder Tag für Tag konfrontiert sind. Nehmen wir mal an, die Jungs und Mädels glauben nicht an Gott, was durchaus denkbar ist. Sie mögen ihr Leben und leben es gerne. Sie stehen gern morgens auf und machen sich nen Kaffee und trinken ein Croissant oder gehen Abends auf ne Fetz und lassen es krachen. In solchen Erlebnissen lässt sich meiner Ansicht nach die Kreativität und die Liebe Gottes spüren. Den Jungs und Mädels von Juli fehlt diese Perspektive, sie kommen einfach zu dem Schluß, dass sie das Leben lieben.
Aber ist damit denn schon Feindschaft zu Gott begründet?
Ich denke nicht.
Hey Bännie!
Schön dass jemand mitdenkt.
Ich denke, bevor wir weiterreden sollten, definiere ich, wie ich “Feindschaft gegen Gott” verstehe. Es gibt zwei Arten der Feindschaft gegen Gott: Die aggressive, bewusste Entgegenwirkung gegen Gott und die unbewusste Feindschaft gegen Gott, die nicht aggressiv ist. Laut der Bibel ist jeder, der nicht aggressiv gegen Gott ist, sondern einfach nicht glaubt, trotzdem einer, der Gottes Plan im Wege steht und eine Feindschaft gegen ihn ausübt:
Ich denke, in dieser Bibelstelle sagt Jesus es Jesus deutlich.
Andererseits “lieben” wir unser Leben ja aber auch, auch als Christen! Wir danken Gott für die schöne Zeit, die wir schon hier haben können. Aber wir klammern uns nicht daran, als sei es das wichtigste, das wir hätten, sondern wir sehen es als eine Art “Vorrunde”, die entscheidet, was in Zukunft auf uns wartet: Ewiges Leben, Leben, das wir dann wirklich lieben werden.
Jesus zieht in dem von Dir angeführten Bibelzitat wirklich klare und knallharte Fronten auf und zwar unabhängig davon, ob es sich um aggressive oder latente (unterschwellige / nicht deutlich sichtbare) “Feindschaft” gegen Gott handelt. “Wer nicht mit mir ist, der ist gegen mich…”
Jesus hat dieses Wort in eine Situation hineingesprochen und ich denk er weiß, wen er von den Zuhörern damit wie berührt hat, und wie dieses Wort bei uns heute noch ankommt.
Ich will diese Aussage von Jesus nicht im geringsten relativieren. Aber man muss sich trauen, die Frage zu stellen wo wir hinkämen, wenn wir uns selbst als Christen allem feindlich gegenüber stellen, das sich zur Welt bekennt. Was bleibt dann von der Nächstenliebe? Was bleibt dann vom Wirken in der Welt, vom “Salz und Licht”..? Wo kann Christsein dann wirken..?
Daher gilt es einen tradeoff zu machen, zwischen kritischer Betrachtung der Welt und unverkrampften Umgang mit Dingen, die ich noch nicht als kritisch sehen würde. Das Lied von Juli gehört dazu.
So jetzt weiter in die nächste Vorlesung…
Viele Grüße, Bännie
Hi,
echt interesannt eure Diskussion. Das Lied kenn ich net, aber jetzt seinen Refrain.
Für mich hoeren sich die Worte an wie ein Schrei nach mehr. Ich nehme an, die Leute sind noch jung. Ihnen geht es gut, das Leben ist interessant, aber was für ein Lied weden sie singen, wenn die Jahre sich nahen, und sie sagen werden, die gefallen uns nicht? (Prediger 12,1)
Diese Stimmung ihres oben geschriebenen Liedes scheint noch nicht mal hier auf Erden lange zu halten.
Zur Nächstenliebe, ich denke mir, wenn ich jemanden liebe, sage ich auch was er falsch gemacht hat. Ich sehe nicht zu, wie er sich ins Unglueck stuerzen koennte. Feindschaft mit der Welt heisst nicht, Feindschaft mit den Menschen in der Welt!
Wir mussen uns aber dem entgegenstellen, was im Gegensatz zum Wort Gottes steht. Meines Erachtens kann man Liebe, wie wir sie beispielsweise im 13. Kapitel des 1. Korintherbriefes finden, auch einsetzen ohne alles, was in der Welt vor sich geht, zu billigen. Ich zitiere:
Hinzu kommt noch 1. Kor 16,14: “Alle eure Dinge lasst in der Liebe geschehen.”
Ich denke, diese Liebe stellt klare Grenzen, sie unterscheidet kompromisslos, so wie Jesus es tat. Er liebte die Menschen viel mehr, als sein Leben. Zu so einer Liebe kann kein anderer Mensch fähig sein. Aber gerade er war es, der kein Blatt vor den Mund genommen hat. Er hat den Menschen ihre Fehler aufgezeigt, kompromisslos. Er hat auch genau das Gegenteil gemacht, was seinerzeit in der Welt so gang und gebe war.
Wenn wir alles tolerieren was so gamacht wird, koennen wir den Menschen nicht helfen, sondern verstecken uns. Ein Licht kann der Stadt, die auf dem Berge ist nicht verborgen sein (Matt 5,14), wenn wir aber alles akzeptieren, dann wage ich zu behaupten, wird man von uns kein Licht sehen.