Zeit
Letztens hab ich mir mal Gedanken gemacht über die Zeit. Ich hab nachgedacht, wie es früher so war, sagen wir um 1800 oder 1850. Als es noch kaum Autos gab, wenige Telefone (wenn überhaupt), und man zu Fuß, Pferd oder mit nem Klappergestell / Kutsche an einen Zielort gelangen musste.
Zum Beispiel ein Geschäftsmann aus München, der mit einem Geschäftspartner in Hamburg einen Deal abschließen will. Er braucht erstmal 2-3 Tage, bis er dort ist, vielleicht mehr, bei den unebenen Straßen. Dann 2 Tage um den Deal abzuschließen. Dann wieder 2-3 Tage heim. Für einen Geschäftsabschluss also über eine Woche.
Heute kann man alles an einem einzigen Tag erledigen. Telefone, Emails, Autos, Flugzeuge – alles geht viel schneller. Wenn man das so sieht, dann müsste unserem Geschäftsmann, wenn er seinen Deal an 3 Tagen abschließt, ja noch 5 Tage übrigbleiben, an denen er sich ausruhen könnte, oder?
Aber mir kommt es ganz anders herum vor: Umso mehr Zeit wir sparen, desto weniger haben wir. Nicht so, wie wir es uns bei unserem Geld wünschen. Umso mehr wir sparen, desto mehr haben wir.
Warum ist das so? Warum ist unsere Zeit so ruhelos, wo wir doch eigentlich viel sparen, im Gegensatz zu den Leuten im Jahr 1850? Ich würde gerne eure Meinung darüber hören.
Habt ihr freie, gesparte Zeit? Oder fühlt ihr euch angetrieben…von irgendwem? Wie denkt ihr, dass es in der Zukunft sein wird? Wird uns die Technologie helfen, mehr Zeit zu sparen? Was werden wir mit der gesparten zeit machen? Wo werden wir sie reinstecken?
(Insgeheim wünsche ich mir ein Leben als Fischer auf einem Fischerboot. Einfach dazusitzen, die Natur zu genießen und zu angeln. Ist das nicht eigentlich das, was wir alle wollen? Ruhe…Einfachheit. Kennt ihr die Geschichte von dem Fischer, dem gesagt wird, er solle doch expandieren, mehr Fisch angeln, reicher werden, größer werden… um sich dann ausruhen zu können? Meine Lieblingsgeschichte!)
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Vielleicht tut Gott ja die Zeit verkürzen, um der Auserwählten willen?
Hm. lol! und wenns ganz anders ist? wenn hinter der ganzen Jagerei ein anderer steht, der uns einredet, wir dürften keine zeit “verschenken” sondenr müssten immer und immer schuften bis wir so müde sind, uns über wichtige sachen gedanken zu machen?
Sehr interessantes Thema.
Die Geschichte, auf die Du Bezug nimmst, ist mir auch in den Sinn gekommen, als ich deine Überschrift gelesen habe. Sie heißt “Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral” von Heinrich Böll. Unsere Ökonomie und Technologie hat im letzten Jahrhundert riesige Sprünge gemacht. Die Produktivität steigt immer weiter. Einerseits fühlen wir uns gehetzt und getrieben, andererseits hatten wir de facto auch noch nie so viel Freizeit wie heute.
Wenn man einmal von Menschen in Führungspositionen und überzeugten arbeitswütigen Idealisten absieht, muss man doch feststellen, dass relativ viele in einer Beschäftigung tätig sind, die ca. 40 Stunden in der Woche umfasst. Um 1850 musste ein Bauer den ganzen Tag arbeiten, um die Existenz seiner Familie zu sichern. Vom Aufstehen bis zum Schlafengehen. Es handelte sich aber um ein anderes arbeiten. Der Bauer hat alles erledigt, was er brauchte. Er konnte den Erfolg seiner Arbeit genau sehen und war sein eigener Herr. Er war zu Hause, mit dem was er tat war er zufrieden und glücklich. Wir heute leben in einer hochspezialisierten arbeitsteilig differenzierten Gesellschaft. Jeder dreht an einem ganz kleinen Rad, das in ein anderes Rad greift, insgesamt läuft die Ökonomie und wir können mit dem verdienten Geld wieder das kaufen, was wir brauchen.
Ein geniales System, die “invisible hand of the market” (A. Smith) regelt alles und wir sind materiell gut versorgt. Doch das System birgt Tücken. So, wie es heute ausgelegt ist, benötigt es Wachstum und frisst gnadenlos Ressourcen. Ohne Wachstum kein stabiles Beschäftigungsniveau, ohne Wachstum keine Auslastung des Kapitalstocks. Deswegen immer weiter arbeiten… und bitte produktiver! In unserer Gesellschaft kommt dazu, dass Ansehen und Prestige eng mit dem Beruf verbunden ist und Menschen dazu treibt, mehr Zeit in die Arbeit zu stecken als gesund ist. Und schließlich musste sämtliche Produktivitätssteigerung erst einmal errungen werden. Um auf dein Beispiel Bezug zu nehmen. Zwar kann der Geschäftsmann den Deal jetzt schneller abschließen, doch nimmt er dabei Technologien in Anspruch, die dermaßen komplex und anspruchsvoll sind, dass ihre Entwicklung und der Betrieb ebenfalls Ressourcen – Arbeitszeit – beansprucht.
Du meinst also, dass wir uns in einer Art Teufelskreis befinden, der immer enger wird, je mehr wir uns darin drehen? Ich glaube sehr, dass unsere Technologie dahinter steckt. Dass auch da erst viel Zeit reingesteckt wurde, ist mir eben erst bewusst geworden.
Auch, dass wir mit einer 40-stunden-woche sehr gut beschert sind, eigentlich. Nicht jeder schafft so wenig. nur: in den südlichen Ländern ist das Arbeiten anders. Nicht so hektisch, hetzend… Dafür dauerhafter. Naja…
Falls die Leute in südlichen Ländern überhaupt Arbeit haben…
Ich denke der moderne Zeitmangel ist zwar auch, jedoch nicht ursächlich auf äußere Umstände wie Öknomisierung oder Technologisierung zurückzuführen, sondern auf den Menschen selbst. Beobachtet euch doch einmal selbst!
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Wenn ich morgens vor einem Tag stehe, den zu verbringen ich mehrere Möglichkeiten habe oder vor der Entscheidung zwischen mehreren Tätigkeiten stehe, die mir alle gleich wichtig sind, entsteht in meinem Inneren ein enormer Druck. Entscheidungsdruck würd ich dieses Phänomen nennen. Ich habe dann das verzweifelte Gefühl nicht genug Zeit zu haben alles zu erledigen, was ja auch stimmt, wenn man sich zu viel vornimmt.
Hier ist der Mensch aufgefordert Prioritäten zu setzen! Wer dies tut, bekommt nicht so schnell das Gefühl wenig Zeit zu haben.
Beispiel: Frau X will gute Mutter und Ehefrau sein, gleichzeitig Kariere machen, ihre Freundinen nicht vernachlässigen, sich hin und wieder auch mal etwas zum Zeitvertreib leisten und, im Falle das sie Christin ist, auch noch was für Gott tun. Das wird sie eh nicht alles schaffen und wenn, dann brennt sie nach kurzer Zeit aus: Burn out, ist doch das Problem unserer Zeit. Eine Lösung wäre folgende:
1. Gott
2. Familie
3. Freunde
4. Karierre
Diese Reihenfolge würde ich auch für den Mann vorschlagen. Bei denen geht es nämlich meistens so
1. Frauen
2. Karierre
3. Autos
4. …
Fazit: nehmen wir uns zuviel vor und setzten keine Prioritäten, sind wir ständig überfordert unseren Wünschen nachzukommen. Sicherlich gibt es auch Dinge, die bei Christen gar keine Priorität haben sollten, wie zum Beispiel Punkt 1) und 3) meines Erachtens auch
Das mit der Prioritätensetzung ist wirklich ein total richtiger Punkt!
Viel von dem, was wir als Zeitdruck empfinden hängt von den sozialen Erwartungen ab, die uns gestellt werden. Karriere, Aussehen, Ansprüche von Gemeinde, Freunden & Bekannten, …
Trotzdem denk ich, dass auch die Ökonomisierung, Technologisierung und Bildungsentwicklung am Zeitdilemma Mitschuld tragen. Willst Du einmal Ingenieur werden und die ganze komplexe Technologie verstehen? Du bekommst schon alleine dadurch ein Zeitproblem, dass Du an der Uni studierst. Bist Du gebildet weist Du, dass Sport treiben sich langfristig für deine Gesundheit auszahlt. Bist Du gläubig, weist Du, dass Gott die erste Priorität zu geben ist. Bist Du ein Mensch, bemerkst Du, dass Du den Kontakt zu anderen Menschen einfach brauchst, um nicht im Hamsterrad der Lebenswelt zu verbittern.
Ja, ich denke, wir haben den Nagel auf den Kopf getroffen. Zeit ist immer irgendwie relativ, für Gott sowieso.
Wir müssen einfach sehen, wie wir sie am Besten einteilen, das Beste daraus machen, egal ob wir in einem unter-, mittel- oder überentwickeltem Land leben.
Ich denke das die gier welche es auch sein mag den meschen die zeit raubt ob es die freizeit ist oder während der arbeitszeit der teufel wird irgendwas suchen um uns menschen aufhalten zu können womöglich noch zu fangen das wir nicht mehr davon wegkommen
@ Maier A:
Bitte denk daran, Punkt und Komma zu benutzen, wenn du was schreibst, da sonst echt schwer lesbar ist, was du sagen willst. Danke