Dürfen Frauen Männerkleider tragen?
Allein für diese Überschrift würde ich von Viktors Frau schon verbal geohrfeigt werden Aber ich würde gerne mit euch über die Bibelstelle sprechen, der diese Frage zugrunde liegt. ich zitiere:
Eine Frau soll keine Männersachen auf sich haben, und ein Mann soll keine Frauenkleider anziehen; denn jeder, der dies tut, ist dem HERRN, deinem Gott, ein Gräuel.
5.Mose 22,5
grob gesagt wäre damit für jeden die Frage beantwortet, warum sich manche weibliche Christen, vor allem die Russlandsdeutschen, keine Hosen anziehen. Sie würden immer mit dieser Stelle kommen und sich darauf berufen.
Ich rufe diese Diskussion jetzt nicht aus dem Grund auf, weil ich mich dagegen auflehnen will – nicht im Geringsten. Ich finde Frauen, die sich in weibliche Kleidung “hüllen”, sag ich jetzt mal, eh schöner! Und die Frauen wissen das auch:
Wenn eine Frau schön sein will, zieht sie meistens ein Kleid an. Ein Kleid betont ihre Weiblichkeit. Kleider werden daher auf (Abschluss-)Bällen getragen, bei Festen ebenso.
Aus der Hinsicht kann mir niemand sagen, ich hätte was dagegen – hab ich nämlich nicht. Ich spreche dies nur an, weil Chrissi total in Fahrt gekommen ist, als sie meine Meinung darüber hörte: Dass ich meine (zukünftige) Frau nicht zwingen würde, Kleider oder Rücke zu tragen. Darauf entgegnete Sie, dass ich als Mann die Verantwortung für meine Frau und Familie trage und daür sorgen müsse, dass alles nach Gottes Maßstäben läuft. Und sein Maßstab steht eben in 5.Mose 22,5.
Mir hat das Thema jetzt lange zu schaffen gemacht. Und eben in der Jugendstunde ist mir etwas so klar geworden wie noch nie zuvor. Und ich meine jetzt zu wissen, was die Stelle wirklich aussagen will. Korrigiert mich und diskutiert mit mir, wenn ihr eine Meinung dazu habt. Hier kommt meine:
Erstens denke ich, dass es für jedes Gebot einen grund gibt. Gott will die Menschen nicht ärgern und ihnen sinnlose Bürden auflegen. Alles hat seinen Grund. Beispiele:
Wenn du ein neues Haus baust, so mache ein Geländer um dein Dach herum, damit du nicht Blutschuld auf dein Haus lädst, falls jemand von ihm herunterfällt.
Nächstenliebe: Ich sorge mich um das Wohl des anderen. Heutzutage wird dieses Gebot eingehalten beim Bau eines Balkons. Es gibt feste Vorschriften.
Wenn jemand ertappt wird, dass er bei einer verheirateten Frau liegt, so sollen beide zusammen sterben, der Mann, der bei der Frau gelegen hat, und die Frau. So sollst du das Böse aus Israel ausrotten.
Wow, hart, das alte Testament. Hier wird für Abschreckung gesorgt. Jeder ist sich über die Konsequenzen solcher Taten bewusst gewesen.
Du sollst den Knecht, der sich von seinem Herrn weg zu dir gerettet hat, seinem Herrn nicht ausliefern.
Barmherzigkeit vor Recht.
Das waren jetzt einige Beispiele. Was aber ist der Sinn hinter der Kleidergeschichte? Ich bin dabei Schritt für Schritt vorgegangen:
Welcher Mann, vor allem im Orient, würde sich denn Frauenkleider anziehen? Was bedeutete es eigentlich, Frauenkleider anzuziehen? Würde er sich nicht selbst eine Schande bereiten? Seine Männlichkeit damit verleugnen? Genau das würde er damit tun. Also, so dachte ich weiter, macht da sdoch niemand zum Spaß oder weil er zuviel Zeit hat!
Meiner Meinung nach geht es Gott hier viel mehr um das Verbot von Transvestismus. (Erster Satz des Linkziels sagt alles aus) Es geht ihm nicht um das Anlegen von Stoffsachen irgendeiner Form, sondern um den Trieb, der dahinter steht: Jemand fühlt sich wie das andere Geschlecht und will ab sofort so sein. Das zeigt er / sie auch durch Anlegen dieser Kleider.
Jetzt kann man sagen: Moment, aber genau das war doch der Fall, wieso Frauen angefangen haben, Hosen zu tragen! Emanzipation, die Frauen wollten das Sagen haben, sie wollten so sein wie der Mann! Mag sein! Aber der Grund dessen war ja nicht Transvestismus! Frauen fühlten sich vielmher immer stärker benachteiligt. Ich würde gern wissen, wer die erste Frau war, die sich mit einer Hose auf die Straße wagte. Wann war das? Wer war sie?
Fest steht: Gott hat dem Menschen Ordnungen gegeben. Danach sollen Männer männlich aussehen und Frauen weiblich. Wenn ich auf den ersten Blick einen Mann nicht mehr von einer Frau unterschieden kann (und andersrum), dann ist das ein Verstoß gegen Gottes Ordnung. Nun braucht mir aber niemand weißmachen, dass ich eine Frau nur aufgrund der Hose nicht von einem Mann unterscheiden kann – es gibt schließlich noch viel mehr Unterschiedungsmerkmale. Und Frauen ziehen heutzutage keine Hose an, weil sie ein Mann sein wolle, denk ich mir.
Ich sehe es also nicht als Verstoß an, wenn die Frau eine Hose trägt, wenn sie dabei weiblich bleibt und man ihr es sofort ansieht.
Chrissi meinte” Wir sollen uns doch unterschieden von der Welt!!” Ich sagte ihr “Wenn du dich nur aufgrund deines Rocks unterschiedest, dann bist du wirklich arm dran!” Aber das verstand sie nicht – und ich sagte es aus einem bestimmten Grund: Äußerlichkeiten sind für manche Menschen das wichtigste. Die, die sich nicht an die Äußerlichkeitsregeln halten, werden erniedrigt. Davor haben viele dann Angst und tun alles, was möglich ist, um nur nicht aufzufallen.
Wenn jetzt jemand, der das auch so sieht, das liest: Sei vorsichtig! Die Versuchung ist groß, das als heilsnotwendig anzusehen und ein schlechtes Gewissen zu bekommen, wenn man sich nicht daran hält. Laut Römerbrief kann dir das schlechte Gewissen dann zur Sünde werden!
Mein Leitspruch:
“In den Hauptsachen EINHEIT, in den Nebensachen FREIHEIT, alles aber in LIEBE!”
So. Jetzt seid ihr gefragt.
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5. Mose 22,5 ist eine oft bemühte Stelle, wenn es um Klamotten geht. Und eine oft vergewaltigte Stelle, wie ich meine hinzufügen zu müssen. Und zwar sowohl von liberaler als auch von konservativer Seite.
Im Gegensatz zu vielen anderen Geboten steht hier nämlich etwas, was ins Auge sticht und doch von vielen ignoriert wird: „…ist dem HERRN, deinem Gott ein Gräuel“. Es sind nur ca. 15 Dinge in der Bibel, die dem HERRN ein Gräuel sind. Offensichtlich sind diese von großer Wichtigkeit. Aber warum?
Als Gott den Menschen schuf, da schuf er ihn als Mann und Frau. Zunächst hatten sie ja nichts an und der Sexualdimorphismus (Unterschied der Geschlechtsmerkmale) war augenscheinlich. Doch dann kam der Sündenfall und machte die Bekleidung aus verschiedenen Gründen notwendig. Fortan hatte die Bekleidung neben der Haartracht (Frauen haben von Natur aus langes Haar – 1.Kor.11) die Aufgabe den Unterschied der Geschlechter hervorzuheben. Das war von Gott so gewollt, denn er schuf den Menschen als Mann UND Frau! Der Unterschied der Geschlechter ist also eine universelle Schöpfungsordnung! Auch wenn wir das nicht verstehen, dem Schöpfer ist das alles andere als egal! Ganz im Gegenteil, es ist von höchster Bedeutung, sonst würde er hier nicht von einem Gräuel sprechen!
Sicherlich ist auch Transvestismus in 5. Mose 22,5 gemeint, doch es wäre etwas zu einfach diese Bibelstelle einfach auf diese krankhafte Neigung zu beschränken. Man beachte, Ziel der Emanzipationsbewegung und der sexuellen Revolution die dahinter steckt, war und ist die Aufhebung der traditionellen Auffassung vom Geschlecht. Heute spricht man deswegen immer mehr vom Gender. Das ist ein Ersatz für den bisherigen Begriff Sex. Das Geschlecht wird beim Gender nicht mehr durch Körpermerkmale bestimmt (d.h. männlich oder weiblich) sondern dadurch, wie man sich fühlt. Mann und Frau, das gibt’s nicht mehr. Je nach Definition gibt es dann 3, 4 oder unendlich viele Geschlechter.
Wer sich mit dieser Thematik beschäftigt, der merkt schnell, dass es in der sexuellen Revolution und der Emanzipationsbewegung um die Untergrabung der göttlichen Schöpfungsordnung geht, (Gott schuf sie als Mann UND Frau) nicht weniger! Man achte doch einfach mal darauf, was Alice Schwarzer, als Vorkämpferin der Emanzipationsbewegung, da zum Teil vor sich her quetscht. Sie macht daraus kein Hehl. Und genau darum geht doch in 5. Mose 22,5, um die Vermischung der Geschlechter, die dem HERRN ein Gräuel ist.
Es ist also keine Lösung diese Bibelstelle zu „entschärfen“. Ganz im Gegenteil, das ist gefährlich! (Off.22,19) Andererseits ist es aber auch gefährlich da etwas hinein zu interpretieren was da eben nicht steht. Manchmal habe ich den Eindruck, 5.Mose 22,5 gilt bei konservativen Christen nur bis zur Gürtellinie. „Hose ist Mannskleidung, Frauenhose gibt’s nicht!“ hört man oft. Aber was ist mit Pullovern, Jacken, Hemden, Blusen? Sowohl Männer als auch Frauen tragen diese Kleidungsstücke. Woran erkennt man nun bei der Bekleidung oberhalb der Gürtellinie das Geschlecht? Sind Knopfhemden weiblich oder männlich? Und woran erkennt man das Geschlecht von Pullovern? An der Farbe? Wer bei den Beinkleidern radikale Grenzen zieht, der sollte das doch bitte auch beim Rest der Klamotten tun. Denn bei Christen sollte das Ja ein Ja und das Nein ein Nein sein. Was darüber ist, ist vom Übel. Wer behauptet, dass es keine Frauenhosen gibt, der sollte bitte so konsequent sein und festlegen was es mit dem Rest der Klamotten auf sich hat. Ich würde vorschlagen Männer tragen Hemden und Frauen Pullover. ïŠ Denen ist eh immer kalt… Eine andere Möglichkeit und meines Erachtens auch die bessere, wäre, von extremen Positionen abzurücken und biblischen Richtlinien statt pseudobiblischen Regeln zu folgen.
Männer sind Männer und Frauen sind Frauen und das ist auch gut so. Diese wie jene, sollten als solche zu erkennen sein.
Okay, gut gesagt und kommentiert. Aber deine klare Meinung kam jetzt nicht ganz dabei raus! Spezifier mal
Meinungen sind wie Stroh. Sie vergammeln oder verbrennen. Es macht keinen Sinn wenn ich sage was Frauen meiner Meinung nach dürfen oder nicht.
Die Bibel setzt allgemeine Grenzen. Es gibt typische Frauenkleidung und typische Männerkleidung. Das ist von Kultur zu Kultur unterschiedlich. Demnach müssen Kleider auch unterschiedlich bewertet werden. Beispielsweise sind in der westlichen Kultur Frauenkleider oft Spitzenbesetzt oder haben aufgenähten Schnickschnack, Herzen, Blumen und andere Muster. Frauen bevorzugen außerdem farbenfrohe Bekleidung. Männer hingegen kleiden sich eher dezent. Frauenkleider haben einen anderen Schnitt, schmale Taille, große Oberweite, großen Hüftumfang…
Wenn eine Frau ne Hose trägt, dass man auf den ersten Blick einen Mann in ihr vermuten würde, dann läuft da etwas definitv falsch. Hab schon solche Situationen erlebt, wo ich nicht wusste, ob ich ne Frau oder nen Mann vor mir habe.
Frauen sollten als Frauen zu erkennen sein und Männer als Männer. Das ist die göttliche Schöpfungsordnung.
Kleider an sich sind jedoch meines Erachtens geschlechtsneutral. Erst durch die jeweilige kulturelle Prägung lässt sich einem Kleidungsstück ein Geschlecht zuordnen. Die Geschichte der Frauenhose begann im 19ten Jahrhundert. Heute leben wir im 21sten. Ich bezweifle, dass die meisten Frauen heute überhaupt noch vom emanzipatorischen Hintergrund der Frauenhose wissen. Es wäre ungerecht ihnen vorzuwerfen sie würden die Geschlechter vermischen wollen. Zumal wir heute, wie du schon angesprochen hast, ein viel größeres Problem als Geschlechtsvermischung haben. Frauen kleiden sich heute bewusst weiblich, weil sie wissen, dass sie damit eher bei den Männern ankommen. Hier noch von Frauen in Männerkleidung zu sprechen, ist konfus. Denn männlich gekleidete Frauen haben garantiert keine Chance. Das Problem heute ist wohl eher, dass Frauen ihre Weiblichkeit überbetonen, mit Brüsten und Hintern alzu offenherzig umherwedeln, betont durch knappe und enge Kleidung (das gilt sowohl für Röcke als auch für Hosen!).
Das soll jedoch nicht heißen, dass die Gleichschaltung der Geschlechter heute harmlos wäre. Frauen sollten nach wie vor die Finger von Hosen (und anderen Kleidungsstücken) lassen, die männlich wirken. Das selbe gilt auch für die Männer. Das der Graubereich zwischen Männer- und Frauenkleidung heute so groß ist und auch groß gehalten wird, sollte für Christen ein Anlass zur Wachsamkeit sein.
Deine Kommentare sind länger als meine Einträge
Aber gut.
Deine eigene Meinung kam jetzt doch etwas rüber. Ich muss auch zugeben, in meinem Beitrag absichtlich etwas provoziert zu haben, um wiederum mehr andere Meinungen zu erhalten… leider isses bisher aber erst eine, obwohls schon viele gelesen haben!
Ich stimme mit dir überein, eigentlich in allen Punkten. Deswegen tut es jetzt nichts zur Sache, noch mehr zu schreiben.
Letztens hat unser Jugendleiter auf der Jugendstunde auch kurz über dieses Thema gesprochen, weil ein anderes Mädel ihm ein Buch namens “Der vergessene Befehl: Seid Heilig!” in die hand gedrückt hat (Das Buch sollte in die Jugendbücherei).
Sie hatte ihm daraus eine Stelle gezeigt, dass eine Hose, die für eine Frau geschnitten ist, nicht unter diese Kategorie des Transvestismus fällt, denn eine Frau will dadurch nicht aussehen wie ein Mann!
Naja, er fand das natürlich alles quatsch und sagte: “Hose ist Hose und damit Basta!!”
Ich bin da jedoch nicht seiner Meinung gewesen. Es bringt auch nichts, mit Leuten darüber zu diskutieren, deren Meinung man von vorneherein kennt, denn die können nicht mehr sachlich urteilen, sondern nehmen ihre Meinung und ihr Verständnis zum Maßstab.
Ein Tipp an Vicky: Wenn du noch mal den vorletzten Abschnitt in meinem ersten Kommentar liest, könnte dir das vielleicht als Gegenargument für deinen Jugendleiter dienen.
ich weiß ist ein bisschen langatmig.
Mich kurz zu fassen muss ich noch lernen…
Oft habe ich den Eindruck, dass die Gemeinde- und Jugendleiter bei derartigen Diskusionen bzw. Themen auf die sexuellen Reize und Gedanken anspielen, die durch diese Frauenhosen bei vielen Männern entstehen.
Sie möchten es nur nicht aussprechen weil es ein Tabuthema ist.
Somit meine ich, ist die Frauenhose in vielen Gemeinden verboten, nicht weil sie eine Hose ist, sondern weil sie eine gewisse Unordnung in den Gottesdienst bringt, bei dem eigentlich das Wort Gottes unsere Herzen erfüllen soll und nicht fleischliche triebe.
Römer 12,1 betont nochmal, dass der Leib im Gottesdienst als ein Gottwohlgefälliges Opfer darzustellen ist. Das heißt auch, dass die Aufmerksamkeit durch die Kleidung nicht auf die Figur etc. gelenkt werden soll, sondern auf Christus.
Doch hier bin ich wieder bei dem Punkt, den Lex im vorletzten Abschnitt des zweiten Kommentars beschreibt:
Viele Frauen in den Gemeinden übertonen ihre Weiblichkeit. Sogar auch ohne Hosen. Es gibt genug knappe Röcke die man anziehen kann. Es sind zwar keine Hosen aber sie schaffen das gleiche. Ebenfalls auch sexy Oberteile etc.
Mir stellt sich dann die Frage warum gerade die Frauenhose so stark oder auch am stärksten verteufelt wird aber oben gennante Klamotten weniger??..
Ich glaub ein großes Problem in russlanddeutschen Gemeinden ist die Angst vor allem was neu, was unbekannt ist. Russlanddeutsche sind in einem Land aufgewachsen, in dem man bis kurz vor der Perestroika nicht wusste, dass es Elektrobohrer mit Rücklauf gibt.
Insofern kann ich verstehen, dass beispielsweise Frauenhosen, aber auch viele andere Dinge, einen unwillkürlichen Rückstossreflex hervorrufen. Dieser scheint dann, begünstigt durch negative Entiwicklungen in der westlichen Welt, in seiner Richigkeit bestätigt zu werden.
Beispielsweise gab es in den neunziger Jahren in vielen Aussiedlergemeinen einen “Linksruck”. Einige wurden daraufhin “modern”. Heute ist in eben diesen Gemeinden beispielsweise geschlechtlicher Umgang (Sex, Petting…) vor der Ehe relativ normal, auch wenn das offiziell nach wie vor tabu ist. Viele konservative Christen sagen angesichts dessen: “Seht ihr, wir haben doch Recht gehabt”.
Was kann man da schon drauf erwiedern?
Allerdings muss i ch hinzufügen, dass ich es nicht schön finde, wenn Frauen in den Gottesdienst mit Hosne kommen, allzumal wenn sie aus russlandsdeutschen Gemeinde kommen (die andern möchte ich hier nicht mit einbeziehen, da sie unsere Sitte einfach nie mitbekommen haben). Insofern würde ich auch meine eigene Frau dazu unterweisen, in den GoDi in der Ordnung zu kommen, die gewollt ist.
Ich glaub nicht, dass das ne gute Idee ist. Eigentlich sollten wir ja keine Sonntagschristen sein… Aber ich hab auch Verständniss dafür! Die Struktur russlanddeutscher Gemeinden lässt ein anderes Verhalten kaum zu.
Ich habe momentan in meiner Gemeinde mit einigen Brüdern Probleme, weil ich mich weigere, bei sommerlicher Hitze einen Anzug beim Predigen zu tragen und weil ich nicht gerade auf “Sonntagshosen” stehe. Man muss schon eine große Überzeugung haben, wenn man sich unbeschadet dem Diktat widersetzen will.
Wieso sollte das keine gute Idee sein? Wenn ich mich nicht täusche, hatten auch im Altertum die Priester und Tempeldiener besondere Kleider an, als sie den Dienst verrichteten. Ein Problem sehe ich deshalb darin nicht
Das nmit dem Anzug sehe ich genauso. Außerdem muss der oberste Hemdknopf stets zu sein, sonst könnte jemand sich daran stoßen. Ich denke, das sind meistens AUsreden für Leute, die sich besonders streng halten wollen.
Ja, diese Überzeugung muss wirklich da sein. Und wir haben sie, denn Paulus hatte mit den Galatern genau das gleiche Problem, weil sie sich weg von der Gnade, hin durch eigene Gerechtigkeit selig machen wollten… im Endeffekt geht das hier in die selbe Richtung. Hinzufügen einer selbstgewählten, aber als biblisch betrachteten Heiligkeit…
Das mit den Priestern stimmt. Im neuen Testament gilt jedoch das Priestertum aller Gläubigen. (Phil 2,17; 1Petr 2,5.9; Off 1,6; 20,6) Außerdem ist jeder Christ gleichzeitig auch Tempel. (1 Kor 3,16; 6,19) Und zwar überall und nicht nur im sogenannten “Gottesdienst”. Den Tempel tragen wir sozusagen bei uns, wie ne Schnecke ihr Haus. Wenn die Priester des alten Testaments sich lediglich im jerusalemer Tempel heilig kleiden mussten, dann müssen sich die Priester des neuen Testaments konsequenterweise überall heilig kleiden, oder? Schließlich sind sie der Tempel Gottes und der ist heilig. Eine Gottesdienstheiligkeit wird von Christus jedoch bestenfalls als Heuchelei eingestuft. (Mt 23,5ff) Euer Reden aber sei ja ja, nein nein. Alles was darüber ist, ist vom Übel. (Mt 5,37) Ist dir noch nicht aufgefallen, dass nirgendwo im neuen Testament auch nur ein Wort darüber verloren wird, ob sich die Christen bei ihren Versammlungen oder bei der Verkündigung speziell gekleidet haben? Weder Jesus noch die Apostel haben das getan. Doch leider gelten auch in (pseudo)”konservativen” Gemeinden schon lange nicht mehr biblische Maßstäbe.
Wunderbar, und jetzt hab ich dich und alle Leser da, wo ichs wollte
Seltsamerweise ist nämlich festzustellen, dass wir sehr wohl Unterschiede machen zwischen normaler Kleidung und Gottesdienst-Bekleidungen.
Warum? Weil wir frei sind, das zu tun. Wir können, MÜSSEN aber nicht. Und damit kommt das Problem, denn einige sind der Ansicht, dass wir es eben doch MÜSSEN.
Sollten wir es wirklich müssen, dann wäre laut Lex’s richtiger Schlussforderung auch Pflicht, uns im Alltag so kleiden zu müssen, da wir ja Vollzeitpriester sind
Deswegen: Freiheit in diesen Sachen. Schließlich ist das nicht der Grund, wieso jemand in den Himmel kommen wird.
Ja Mann, du sagst es. Das hab ich meinen Glaubensbrüdern auch gesagt: Ihr müsst überall mit Anzug und “Knopfobenzu” herumlaufen.
Hat denen jedoch nicht so ganz gepasst. Ich wär zu extrem meinten sie.
Das sagten DIE??? Welch Ironie *schrottlach*
Ich würd nicht so laut lachen. Immerhin sind das unsere Glaubensbrüder die wir in ehren halten sollen. Was sollen die denn anderes sagen? Stellt euch mal vor sie würdene sagen: “Macht was ihr wollt. Jeder zieht sich so an wie er es für richtig hält.” Diese Brüder würden einen draufkriegen und wenn sie sich nicht ändern kann es sogar dazu kommen, dass sie und im schlimsten Fall eine ganze Gemeinde von der Vereinigung exkommuniziert wird. Und das will keiner.
Es wird auch keinem gelingen eine ganze Vereinigung zu “bekehren”. Gegen diese weit verbreitete russlans-deutsche Prägung kann man eben nichts unternehmen. Außer man verlässt solche Gemeinden. Aber, dass das eine Lösung ist bezweifle ich.
Was würdet ihr machen wo sich herausgestellt hat, dass sich bei dieser “Regel” Widersprüche zeigen? Stummen Widerstand? Bedingungslose Fügung?
Würde mich echt interessieren.
Lex, kannst du für mich nochmal den Vers aus Phil. 2,17 anschauen? Verstehe den Zusammenhang nicht. Welche Übersetzung benutzt du?
Vieleicht ist es auch ein Tippfehler?
(dein erstes Kommentar am 20. Juli)
Mit dem Vers Phil 2,17 wollte ich lediglich das Priesterrum aller Gläubigen unterstreichen. Ich persönlich benutze hauptsächlich die SCHLACHTER 2000. Luther hat hier wohl eine etwas andere Übersetzung verwendet, die auch nicht unbedingt falsch ist. Im griechischen ist hier von “leitourgia” die Rede. Das Wort an sich kann mit Gottesdienst widergegeben werden, hat aber im Kontext (Trankopfer) einen deutlichen Bezug zum Gottesdienst im alten Testament, der ja ausschließlich von Leviten und Pristern ausgeübt wurde.
Was das Lachen über Geschwister angeht, hast du sicherlich recht. Oft bleibt einem aber kein anderes Ventil um Damof abzulassen. Was würdest du zum Beispiel tun, wenn ein Bruder dir als Argument für den Anzug sagen würde, das einige Männer ihren Ehrenwerten nicht unter Kontrolle halten können?
Hab mir mal sowas anhören müssen. Meine Erfahrung ist, das bezüglich der Streitfragen oft höchst unnüchtern argumentiert wird.
Dass man eine Vereinigung nicht ändern kann, ist klar. Ebenso ist es kaum möglich eine Gemeinde zu ändern. Das sollte auch gar nicht unse Ziel sein. Die Veränderung einer Gemeinde geschieht vom Kopf her, also von Christus. Menschen machen das mehr kaputt als ganz. Auch bin ich der Ansicht, dass das Verlassen der eigenen Gemeinde keine Lösung ist. Man wird eben heute kaum noch “die” ideale Gemeinde finden. Ich habe für mich den Weg des passiven Widerstands gewählt. Ich versuche mich nur zu verteidigen, ohne aktiv in der Gemeinde etwas zu verändern.
Das Problem liegt nach meiner Erkenntnis ganz einfach darin, dass wir Christen uns immer mehr von Gottes Wort entfernen. Der eine nach links, der andere nach rechts. Das macht kaum einen Unterschied. Die einzige Lösung für die Probleme aller Gemeinden, nicht nur der konservativen, ist, zurück zur Bibel zu kommen. Und das sollte auch das Ziel sein. Nicht über Ansichten und Meinungen streiten. Das macht keinen Sinn und bringt absolut Nichts. Damit meine ich aber auch nicht, dass man sich überhaupt nicht darüber auseinandersetzen sollte. Es darf eben nicht zu einem Streit kommen. Der bessere Weg ist jedoch Überführung!
In letzter Zeit habe ich viel über das Thema “Überführung” nachgedacht. Gott benutzt das Gewissen, den heiligen Geist, die Bibel und auch Kinder Gottes als Instrumente um andere Menschen von ihren Sünden oder auch falschen Ansichten zu überführen. Grundlage der Überführung ist die heilige Schrift. (2 Tim 3,16) Dabei hat Überführung vom griechischen her die Bedeutung: “aufzeigen von welcher Art etwas ist”. Also, falsche Ansichten oder Verhaltensweisen mit der Bibel entlarven und bloßstellen. Das ist, so glaube ich, die einzige Möglichkeit in einer Gemeinde falsche Entwicklungen aufzuhalten, egal ob konservativ oder modern.
Ich bin mir sicher, dass man auch dur Überführung das Denken einer ganzen Gemeinde nicht ändern kann, wenn die Prägung da ist.
Deshalb frage ich mich?
Hat der passive Widerstand einen Nutzen für den Einzelnen, für sein Heil oder auch für die Gemeinde?
Wenn eine Frau/Mädchen aus unseren Kreisen, die an der Stelle angekommen ist, die wir nun erreicht haben, passiven Widerstand leistet, indem sie in ihrer Freizeit Hosen trägt, wäre das sinnvoll?
Warum akzeptirt man diese Regel nicht, wenn man sowiso weiß, dass die Gemeinden nie darauf eingehen wird?
Schadet es, wenn man sich einfach fügt?
Unser Ergebnis macht mir ernste Gedanken!
Ich bin diese Regel gewohnt, weil ich so aufgewachsen bin. Ich trage sehr gerne Anzüge und finde es angenehm außerhalb der Gottesdienste z.B. in der Stadt auch mal Frauen mit Röcke, aus unseren Kreisen anzutreffen. Ich finde das gut. Manchmal sind es auch Frauen aus anderen Gemeinden, die ich noch nie gesehen habe.
Ich bin diesen Anblick gewohnt.
Schade finde ich nur, dass Hiesige dadurch, dass die Meisten das gewohnt sind, keinen Zutritt zu unseren Gottesdiensten haben, weil sie sofort aufgrund ihrer Kleidung angegafft werden. “Die ist ungläubig” *gaff*
Vor kurzem noch kam ein 11- jähriges Mädchen zum Vater und fragte: “Sind Müllers ungläubig geworden?”
Vater: “Wie?Warum?”
Tochter: “Susi hatte im Garten eine Hose an!”
so jetzt habt ihr ein bisschen zu schreiben. Hoffentlich sind euch die Fragen nicht so schwer.
@ shorsh:
Das ist wahr: viele Gemeinden sind derart stur, dass sie sich nicht ändern werden, auch wenn man mit der Wahrheit daherkommt, die so offensichtlich ist, dass man es einfach ändern M&uUuml;SSTE. Im Einzelleben wird das die Macht der Gewohnheit genannt, in der Gemeinde ist es ähnlich.
Wieso macht dir das Ergebnis unseres Gesprächs Sorgen? Nur weil sie nicht deiner Gewohnheit entspricht? Weil es angenehm ist? Frag dich mal rum, andere finden wieder was ganz anderes angenehm. Genau das ist das Problem in unserem Denken und in dem der alteingesessenen: Wir gehen von dem aus, was UNS gefällt und was WIR immer schon gemacht haben, womöglich noch “drüben”.
Außerdem haben wir als Ergebnis keine Regel aufgestellt. Wir haben über die Freiheit geredet. Meiner eigenen Meinung nach ist es auch für mich schön, eine weibliche Person so zu sehen, wie ich es seit der Kindheit von meiner Mutter gewohnt bin
Und ich hoffe, meine Kinder werden einst dasselbe sagen. Irgendwie entsteht nur schon beim Anblick ein gewisses Zusammengehörigkeitsgefühl: Da läuft eine Schwester im Glauben! Schön!
Du siehst, unser Ergebnis sitzt aufrecht auf dem Pferd. Weder kippt es nach links, as dass wir uns für eine Seite entscheiden, noch kippt es nach Rechts.
Bei deinem Beispiel mit den Müllers und der Susi erkennt man sofort, dass die Erziehung auf eine Seite des Pferdes geneigt war: Man hat den Glauben an der Hose festgemacht, an einem Ritual.
Ganz klar, dass dann Kinder solcher Familien Probleme im eigenen Denken bekommen. Dann schnuppern sie den Duft einer “falschen Freiheit”, die sich in imensen AUsmaßen zeigt: WIe jemand, der keine Erfahrung mit Alkohol hat und denkt, er könnte es trinken wie Wasser, sind dann Kinder einer Familie, denen nur Äußerlichkeiten ins Herz gelegt wurden, nicht aber feste Prinzipien: Kaum sind sie mal weg von zuhause, lassen sie die Sau raus.
Ich kenne eine junge Familie, die für mich immer wieder ein Vorbild ist: Die Eltern sind cool und locker drauf, die drei Kinder auch. Aber man merkt im Reden und im Benehmen, im Umgang mit komplizierten Situationen, wo die Kleinen ihren Glauben beweisen können, dass sie nach den biblischen Prinzipien erzogen worden sind, die da die Früchte des Geistes sind. Durch diese Lebensweise hat sich im Haus dieser Familie, die nur von einheimischen Deutschen mit starkem Drang zur evangelischen Landeskirche umgeben ist (und alles andere als Sekte abweist), mittlerweile ein Hauskreis gebildet, und jeden Freitag versammeln sich etwa 20 der Kinder aus dem Dorf, wobei die Mutter dann die Kinderstunde hält. Und warum kommen diese Kinde rimmer wieder, obwohl ihre Eltern ihnen es eigentlich verbieten (aus Angst vor dieser “Sekte”)? Sie kommen, weil sie Prinzipien vermittelt kriegen, und keine Traditionen.
So, genug abgeschweift
Ich hoffe, deine “ernsten Gedanken” etwas neutralisiert zu haben.
Auszug aus William MacDonald’s Buch “Der vergessene Befehl: SEID HEILIG!”: (DOWNLOAD)
S.199:
Die Kleidung des Christen sollte das Geschlecht des Trägers nicht verwischen. Diese Tatsache wird normalerweise mit 5.Mose 22,5 belegt: “Es soll nicht Manneszeug auf einem Weibe sein und ein Mann soll nicht das Gewand eines Weibes anziehen; denn wer irgend solches tut, ist ein Greuel für den Herrn, deinen Gott.”
Dieser Vers richtet sich zunächst gegen Transvestismus, d.h. das Anziehen von Kleidern und Nachahmen des Verhaltens des anderen Geschlechtes. Aber es gilt auch für unisexe Bewegung, d.h. das Auslöschen der Verschiedenartigkeit der Geschlechter durch Haarschnitt und Kleidung. Es ist außer Frage, dass Gott die Verwirrung der Geschlechter hasst, Eine Hose, die für Frauen geschnitten ist, fällt nicht unter diese Kategorie; sie würde an einem Mann lächerlich wirken. Einen Mann in einem schottischen Kilt würde niemand mit einer Frau verwechseln.
Generell gesagt, sollte unsere Kleidung represäntativ für den Herrn sein, dessen Botschafter wir sind. Die Kleidung kann entsprechend des Kulturkreises und der Zeit, in der wir leben, unterschiedlich sein. Wir dürfen nicht vergessen, dass unsere Kleidung unsere Botschaft zunichte machen kann.
usw.
Ich habe an keiner Stelle erwähnt, dass wir als Ergebniss eine Regel aufgestellt haben.
Meine Frage war nur, ob es nicht sinnvoll ist, die Hosenregel etc. der Gemeinde von unserer Seite zu akzeptieren.
Mir ist schon klar, dass sie nicht mit 5.Mose 22,5 zu Bekräftigen ist, doch ich würde aktzeptanz vorziehen, da sich sowiso nichts ändern lässt.
Doch das ist nicht der einzige Grund.
Heute hat es sich ergeben, dass ich mit unserem 2. Jugendleiter ins Gespräch kam:
Nach dem Gottesdienst standen wir in Gesprächsgrüppchen draußen. Die Meisten hatten nur ein Hemd an. Weil es heiß war, fragten sie dem 2. JL warum er bei der Wärme einen Anzug an hat.
Er meinte ihm sei nicht warm und er fühle sich wohl drin.
Die jungs fragten wegen der Wärme. Ich wollte mehr wissen und sprach mit ihm weiter als der Kreis sich auflößte.
Es stellte sich heraus, dass speziel der Anzug keine Pflicht im Allgemeinen ist, aber von den Gemeinden als Ordnung eingeführt wurde. Dabei sind von Gemeinde zu Gemeinde kleine Unterschiede.
Er betonte, dass Gott ein Gott der Ordnung ist. Demnach sollen wir uns ordentlich und in Einheit kleiden. Sogar die Politiker oder Geschäftsverträter kennen eine bestimmte Kleiderordnung – der Anzug.
Bei uns ist es so, dass man bei Hitze keinen Sacko (richtig geschrieben?) beim Predigen tragen muss. Allerdings langärmlich.
In anbetracht dessen würde ich sagen, wir sollten das als Ordnung der Gemeinde akzeptieren.
Rob, du würdest jetzt sagen der Hauskreis der von dir genannten Familie hat diese Regel nicht. Trotzdem klappt alles bei denen. Aber mit sicherhei würden die Eltern etwas sagen, wenn die Kinder in Badesachen kämen. Bei uns ist die Ordnung halt etwas detalierter.
Dazu kommt, wie schon gesagt, dass diese Regel sehr stark geprägt ist.
Fazit: Akzeptiert die Regel einfach als Ordnung der Gemeinde, auch wenn ihr nicht einverstanden seid.
Lex, du sagtest, du stehst nicht gerade auf “Sonntagshosen”. Stell dir mal vor ein Bankkaufmann würde nicht gersade auf vorgeschriebene Hosen stehen und nach seinem Verständniss sich Kleiden. Klarer Raussdchmiss!
Ist halt Ordnung.
Wenn wir mal auf Mission in “alle Welt” gehen und Gemeinden gründen, dann könnn wir die Prediger meinetwegen einen Turban tragen lassen. *lach*(ich stell mir das gerade vor) Ok, Turban passt nicht ganz aber ihr wisst was ich mein.
Das Einzige, was mir am Herzen liegt, ist das “Die ist ungläubig, weil sie eine Hose Trägt”-Denken.
Um jetzt endlich mal die Frage aus der Überschrift des Eintrags zu beantworten: Nein, Frauen dürfen per Definition keine Männerkleidung tragen. So einfach ist das
Sicherlich hast du nicht ganz Unrecht, Shorsh. Aber schau mal, du hast ein ganz wesentliches Problem angesprochen, meines Erachtens jedoch total unterschätzt. In unseren Gemeinden gibt es praktisch keine Menschen aus der Welt. Klar, da sind wohl welche die sich bekehren und zu uns finden. Doch meistens haben diese gläubige Verwandte.
Wir hatten ne Zeit lang eine Deutsche in unserer Gemeinde, die vorher nie Kontakt mit Christen hatte und erst vor 5 Jahren zum Glauben fand. Sie kam ne Zeit lang, weil sie bei uns etwas sah, was sie bei deutschen Gemeinden nicht fand. Doch irgendwann war sie mit unseren Ansprüchen überfordert und ging. Als ich sie mal fragte warum, sagte sie, wir würden den Menschen keine Möglichkeit lassen im Glauben zu wachsen.
In unseren Gemeinden läuft etwas grundlegend falsch, wenn kein Ungläubiger ohne christliche Wurzeln durch uns zu Christus findet und auch bei uns bleibt.
Weist du Shorsh, es geht ja weniger um die Traditionen und Normen, sondern darum, dass diese oft unbiblische Dimensionen haben. Die Bibel hat ja eine außerordentlich hohe Moral. Doch manchmal habe ich den Eindruck, viele unserer Leute seien der Ansicht, dass Gott zu locker sei und das man ihm eben hin und wider nachhelfen müsse. Aus Dingen die in der Bibel überhaupt keine Erwähnung finden, werden heilsentscheidende oder zumindest die Zugehörigkeit zur Gemeinde gefährdende monströse Regeln gemacht.
Ich denke unsere Gemeinden stehen heute an dem Punkt, wo die katholische Kirche vor vielen Jahrhunderten schon war. Irgendwann kam da nämlich auch die Frage nach der Bedeutung der Überlieferungen auf. Im Laufe der Zeit gewannen diese dann immer mehr an Einfluss. Schließlich war es so, dass man bei der Auslegung der Bibel nur noch im Geist des Katholizismus geschulten Theologen zutraute, die Schrift richtig zu verstehen. Die Bibel wurde auf diese Weise mehr und mehr zurückgedrängt. Irgendwann landeten Christen für den Besitz eine Bibel auf dem Scheiterhaufen. Heute hat die Bibel neben den zahlreichen Überlieferungen, den Beschlüssen des Papstes und der Konzilien nur noch eine untergeordnete Bedeutung. Vielleicht meinst du, dass das etwas überspitzt ist, doch ich denke nicht, schließlich ist aller Anfang klein.
Ein Beispiel: Jesus hat Wasser zu Wein gemacht, hat selbst Wein getrunken, ebenso wie auch seine Jünger. Nirgendwo wird der Genuss von Alkohol verboten, teils sogar empfohlen. Aus den Aussagen des NT wird ersichtlich, dass der Genuss von Alkohol gang und gäbe war. Das Zeugnis der Bibel ist also klar! Die meisten unserer Leute schütteln nur den Kopf wenn sie sehen, das andere Christen Alkohol trinken, halten diese für abgefallen und wollen mit „solchen“ keinen Kontakt haben. (Ich sage was ich erfahren habe) Was hätten sie wohl mit Jesus und seinen Jüngern gemacht? Nun versuch einem linientreuen Baptisten das zu erklären. Er wird vor Erregung kaum zu hören und du kannst dir sicher sein, wegen Verbreitung von falschen Ansichten vor die Gemeinde zu kommen. Das Zeugnis der Bibel ist dabei wurscht. Nun, ich nenne katholisches Verhalten.
Und was lernen wir daraus? Dass menschliche Zusätze oder Entfernungen letztendlich zum Abfall führen, mögen sie zunächst auch noch so unbedeutend erscheinen. Das bestätigen übrigens auch die Apostel: 1 Tim 4,16; Gal. 1,8; Off 22,18f. Im Hinblick auf den heutigen Zustand der Christenheit kann man außerdem aus der Kirchengeschichte lernen, dass die Christen aus der Kirchengeschichte nichts gelernt haben!
Auch unsere Gemeinden werden eines Tages dort enden, wo heute die katholische ist. Es sei denn, wir beherzigen was Christus zur Gemeinde von Laodizäa gesagt hat (Off 3,18f), die übrigens ein Prototyp der Endzeitgemeinden ist:
„Denn du sprichst: Ich bin reich und habe Überfluss, und mir mangelt es an nichts! – und du erkennst nicht, dass du elend und erbärmlich bist, arm, blind und entblößt. Ich rate dir, von mir Gold zu kaufen, das im Feuer geläutert ist, damit du reich wirst, und weiße Kleider, damit du dich bekleidest und die Schande deiner Blöße nicht offenbar wird; und salbe deine Augen mit Augensalbe, damit du sehen kannst!“
Bemerkenswerter Weise spricht Jesus im Vers darauf von Überführung!
Übrigens: Das Argument deines Jugendleiters zieht nicht. Wenn ich im Blaumann zur Kirche komme, dann ist das anstößig, da Arbeitskleidung. Gleichzeitig wird aber als Argument für den Anzug angegeben, dass Geschäftleute und Politiker eine Kleiderordnung haben und deswegen mit Sakko umherlaufen. Ach so! Schau mal einer an. Ist das etwa keine Arbeitsbekleidung? Mein Cousin ist Bankkaufmann. Dem würde keiner einen Anzug für den Gottesdienst aufzwingen können. Ihm reicht es im Anzug ARBEITEN zu müssen. Das ist ein klassisches Beispiel dafür, wie man sich Argumente kunstvoll zurechtschustert. Wer in einer anderen Frage so argumentiert, geht nämlich glatt als Irrlehrer durch. Was ist denn nun mit der Welt? Sollen wir uns nicht hüten uns an sie anzupassen? Warum müssen jetzt auf einmal, die „gottlosen“ Politiker mit ihrem „schmutzigen“ Geschäft, als Vorbilder für christliche Kleidungssitten herhalten? Für mich ist das ein klarer Fall von Doppelmoral. Dabei würde ich deinen Jugendleiter gar nicht mal persönlich dafür in die Mangel nehmen wollen. Schließlich ist er in dieser Struktur groß geworden. Damit bin ich wieder dort, wovon ich im letzten Kommentar geschrieben habe. Es geht weniger um die einzelnen Traditionen, die können oft ganz angebracht sein. Auch in „lockeren“ Gemeinden ist es eine Tradition das Prediger einen Anzug tragen. Es geht um die Beweggründe die dahinter stecken. Um die zugrunde liegende Argumentation und die grundsätzliche Haltung zur Bibel. Wovon lasse ich mein Verhalten bestimmen? Von der Bibel? Von Traditionen? Von den Kleidungssitten der Politiker? Von den Ansichten der Brüder? Die Haltung unserer Leute in vielen strittigen Fragen, ist nach meinem Empfinden extrem stark von Doppelmoral geprägt! (Ich kann viele Beispiele bringen) Kann man das akzeptieren? Man kann wohl Kleidergesetze akzeptieren, nicht jedoch die dahinter steckende falsche Haltung oder Doppelmoral! Doch wenn man dies anprangert, wird man auch erstere in Frage stellen müssen.
Außerdem: Gott ist kein Gott der Unordnung, sondern des FRIEDENS! Schon eigenartig, dass für Gott das Gegenteil von Unordnung nicht Ordnung, sondern eben Frieden ist, oder? Menschliche „Ordnungen“ hingegen sorgt ständig für Unfrieden. Ist noch merkwürdiger, nicht?
Und: Deutschland ist Missionsland! Wir müssen nicht in alle Welt gehen, sondern nur vor die Haustür treten! China, ein Land mit harter Christenverfolgung, hat anteilsmäßig mehr evangelikale Christen als Deutschland!
wer sagt denn, dass eine hose männerkleidung ist?
mal abgesehen von der historischen entwicklung gelten heute andere zeiten, ein anderer alltag, andere berufe. historische gründe müssen nicht mehr gelten. heute ist die hose nicht mehr statussymbol oder berufskleidung des bergbauers. es ist einfach mode. und die gibt es bei der frau genauso wie beim mann.
zudem unterscheiden sich damen und herrenhosen dermaßen im schnitt, dass das argument der verwechslung nicht zählt. die weiblichkeit wird auch bei den damen hose betont. frau kann tragen was sie möchte.
auch im godi kann jeder tragen was er will. gott nimmt dich wie du bist. und wenn man sich für einen festlichen zeitpunkt chick machen möchte, dann soll man das tun, muss man aber nicht. wenn man aber einen anzug unbequem oder zu warm findet, oder im beruf ständig einen tragen muss, dann steht es einem frei im godi keinen zu tragen. man muss sich nur selbst wohlfühlen, das ist das wichtigste.
Wow, jetzt kam mal die Sicht eines “deutschen Kirchengängers” zum Vorschein. Auch gut! Es gibt eben Dinge die sind von Kulturkreis zu Kulturkreis verschieden. In China trugen die Männer lange Haare, weil das als Ehr-Symbol galt. Paulus kannte sowas nicht und sagte deswegen, dass die Natur lehre, dass es für einen Mann eine Unehre sei, langes Haar zu haben – natürlich aus seiner Sicht in seinem Kulturkreis. Also ist auch da was wahres dran.
Nur das mit dem Wohlfühlen… manchmal fühlen wir uns auch bei Dingen wohl, die moralisch gesehen nicht in Ordnung sind. Unser Maßstab ist da eben sehr wechselhaft und sollte an einem festen maßstab angeknüpft werden. Das is aber wieder ne andere Story
atheist
@ Lex: nicht böse gemeint jetzt….
aber….einerseits weigerst du dich bei sommerlicher Hitze einen Anzug anzuziehen….und andererseits ist es ok, wenn Frauen einen Rock tragen….auch im tiefsten Winter bei Minustemperaturen….kein Wunder dann, dass denen eh immer kalt ist…… (aber das nur als Nebenbemerkung).
Zu Männer- und Frauenkleidung Folgendes:
Zur Zeit Moses, als das Volk Israel die ganzen Gesetze und Satzungen bekommen hat, haben sich die Kleider von den Männern und von den Frauen wenig von einander unterschieden….da wurde nicht großartig die Weiblichkeit oder die Männlichkeit betont….
wenn es jetzt also in 5. Mose 22,5 heißt “Eine Frau soll nicht Männersachen tragen…”(Luther) oder “Männerzeug darf nicht auf einer Frau sein…” (Elberfelder), bezieht es sich darauf, dass eine Frau keine Kleidung VOM Mann anziehen soll und umgekehrt…. das heißt z.B. wenn eine Frau (beim Spazierengehen oder Ähnlichem) friert und ein Mann ihr seinen Pullover anbietet, soll sie ihn nicht anziehen, weil es Männerkleidung ist (getragene noch dazu). Daher, finde ich, ist es egal, ob eine Frau ne Hose oder nen Rock anhat, solander die/der ihr eigene/eigener ist (oder von ner anderen Frau ausgeliehen); dazu steht im neuen Testament, dass wir christen nicht unter dem Gesetz, sondern unter der Gnade sind (wird bei allen Gesetzen (wie z.B. Schweinefleisch, Sabbath, Beschneidung…) damit argumentiert, nur bei dem Männerkleider-Gesetz nicht).
Außerdem heißt es im NT, dass wir als Christen Liebe untereinander haben sollen, wenn ich jetzt meine Geschwister im Glauben liebe, werde ich es vermeiden sie mit meiner Kleidung vom Wesentlichen (egal ob Alltag o Gottesdienst) abzulenken oder sie auf falsche/sündige Gedanken (wie Neid, Begierde, Verachtug usw.) zu bringen. In 1.Timotheus 2,9 (Luther) heißt es für Frauen: “So will ich nun………dass die Frauen im schicklicher Kleidung sich schmücken mit Anstand und Zucht…..wie es sich für Frauen geziehmt, die ihre Gottesfurcht bekennen” bei Schlachter heißt es “in sittsamem Gewande mit Schamhaftigkeit und Zucht….” sittsam und schicklich versteh ich wie: den Umständen, der Situation und dem Anlass entsprechend und, dass man als Frau sich überlegt wie deine Kleidung auf andere wirkt, damit niemand aufgrund deiner Kleidung auf schlechte Gedanken kommt (agal ob Mann oder Frau, ob gläubig oder ungläubig). Soweit ich weiß steht im NT fast kaum was darüber wie Männer sich bekleiden sollen, da man bei den Männern auch die gottesfürchtigen Wandel erkennen soll, sollen sie dem entsprechend auch sittsam und anständig angezogen sein, dass es keinem und keiner zum Anstoß ist. Jeder von uns aber, der den heiligen Geist im Herzen hat und eine aufrichtige Beziehung zu Gott, lässt sich von ihm leiten und sich von ihm sagen wie man handeln soll und wie man sich zu kleiden hat. Es ist zwar kein leichter Weg, ist aber authentisch mit deinem Leben, deinem Christsein und deinem Wachstum. Leichter wäre es klare, strukturierte, allgemeingeltende Regeln und Ordnungen aufzustellen an die sich jeder und jede in der Gemeinde halten muss und sich hinterher über einige dieser Regeln zu ärgern und eine ellenlange Diskussion über diese Regeln auszutragen.
Hi friend, was du jetzt geschrieben hast, war eine Zusammenfassung dessen, was rob und ich bereits alles erwähnt haben.
Ich sage grundsätzlich Ja und Amen dazu.
Bsi auf einige Punkte:
1. Das ich kein Problem mit dem Frauenrock habe, heißt nicht, dass ich ein Problem mit der Frauenhose habe, oder?
2. Das sich die Klamotten von Frauen und Männern zu Mose Zeiten kaum unterschieden haben, finde ich weit hergeholt. Ich meine aus dem Geschichtsunterricht noch zu wissen, das zu allen Zeiten Frauen und Männer unterschiedlich gekleidet waren. Wie genau, das kann aber man wohl kaum sagen.
Zu Punkt 2 muss ich Lex recht geben: Die Klamotten haben sich durchaus unterschieden. Nur wäre dies für unser westlich geprägtes Auge nicht auf den ersten Blick sichtbar gewesen.
Und über die Sache “Kleider VOM Mann” muss ich echt nochmal nachdenken. Scheint für mich ne ganz neue Sichtweise zu sein, dass eine Frau nicht den Pullover des Mannes anziehen sollte, wenn ihr kalt ist … oder so… auf den ersten Blick seeeeeeeehr fragwürdig.
P.S. friend: Wir sind dir nicht böse, wenn du deinen echten Namen nennst…brauchst auch keine Angst zu haben hier, falls du die haben solltest!
Hey rob, hier gibt wohl keiner seinen echten Namen
D-)
Übrigens Rob, dein Zitat:
In der Hauptsache Einheit,
in der Nebensache Freiheit,
alles aber in Liebe.
stammt von Augustinus, einem bekannten Kirchenvater des 4ten Jahrhunderts. Offensichtlich hatten die Christen schon immer ein Problem in dieser Hinsicht.
…seit es die Freiheit gibt!