Die Radio-Geistlichen

Geschrieben am 20.Sep 2007 in Glaube    Drucken Drucken

Jeden Morgen hört man sie. Manchmal auch nachmittags. Ganz oft sonntags.

Erst ertönt ein Jingle wie “Gedanken von Ihrer Kirche…” dinggongbumm. Und dann gehts los. Dann wirds richtig geistlich. Etwa so, wie gestern:

He Luise, sitzsch du a guad? – Ja, Emil, I sitz guad!
Luise, sagmal, siescht du’d Leit? – Ja, I seh’d Leut!
Und zieht’s dir aa ned? – Nee Emil, s’zieht mir ned, isch worm!
Na, komm, Luise, tausch mer’d Plätz!

Dann kommt ein neues Jingle, eine Werbung für die Kirche aus DortundDa und das wars. Genug Erbauung für den Tag fürs deutsche Volk.

Ich dacht echt: Jetz muss ich mal was sagen. Langsam nervt mich diese Psycho-Pseudo-Religiösität. Pfarrer, Pastoren und andere Priester, die nichts außer solchen Ansprache für die Menschen übrig haben, haben ihr Ziel verfehlt. Niemand will sowas hören, keiner! Weder die Atheisten noch die Gläubigen. Niemandem bringts was. Und das im Namen Gottes? Ich lach mich tot.

In dieser Hinsicht sollten wir uns ein Beispiel am islamischen Volk nehmen. Nicht an den radikalen Islamisten, sondern an den friedlichen Moslems. Eine derartige Comedy-Show würden sie aus ihrem Glauben nicht machen. WIr Christen nehmen aber alles auf die leichte Schulter.

Napoleon sagte einmal: “Die Menschen glauben ALLES – es darf nur nicht in der Bibel stehen”. Genausoweit sind wir heute gekommen.

Also, ihr studierten Heiligen: Entweder bringt ihr uns sinnvolle Gedanken, die uns in unserem Glauben stärken und uns die Wichtigkeit der Werte wie Treue, Familie, Liebe und Verantwortung deutlich machen – oder ihr geht lieber nach Hause und predigt euch selbst, was ihr uns zu futtern gebt.

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2 Meinungen zu “Die Radio-Geistlichen”

  1. shorsh 20 September 2007 at 18:39 #

    Is schon interessant was du ‘schreibsch’. Aber tut mir echt leid, für nen Norddeutschen wie mich musst du den Dialog bitte einmal übersetzen.

    Manchmal hör ich auch rein. Vor kurzem noch meinte eine evangelische Pfarrerin über den natürlichen Schlaf sprechen zu müssen, und wie wichtig er sei. Anstatt einen bezug zur Bibel zu suchen begründete sie ihre Erkentnisse mehr mit wissenschaftlichen Untersuchungen.
    Am Ende kam die Magermilch raus: “Schlafen gibt Mut für den neuen Tag!”
    Ach nee! Also Freunde, egal was kommt, schlaft ja blos aus. Auch wenn euch die Arbeit bis zum Hals steckt “Augen zu und durch”^^

  2. rob 21 September 2007 at 11:07 #

    Übersetzung für die Norddeutschen:

    Du, Luise, sitzt du auch gut? – Ja Emil, ich sitze gut!
    Sagmal Luise, siehst du die Leute? – Ja, ich seh die Leute!
    Und spürst du auch keinen Durchzug? – Nein, spüre ich nicht, mir ist warm!
    Also Luise, lass uns die Plätze tauschen!

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