Der Neuapostolische Glaube
Kann mich bitte jemand etwas genauer darüber aufklären? Hatte heute ein Gespräch diesbezüglich und hab mir dann mal die Glaubensgrundsätze angesehen, die diese Lehre hat. Bin auch schnell auf einige Ungereimtheiten gestoßen, die ich der Person auch geschrieben habe. Diskutiert mal mit, vielleicht findet ihr ja auch noch was, was ich übersehen habe oder allgemeine Dinge!
Hi,
Hab mir jetzt das Glaubensbekenntnis der Neu-Apostolischen Kirche einmal durchgesehen. Bei ca. 3 Punkten ist mir die Grundlage unklar, da die Bibel etwas anderes sagt bzw. keine Aussage darüber macht!. Da wären:
3. Glaubensartikel:
Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige Apostolische Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und ein ewiges Leben.
> Ich verstehe alle Sachen, nur nicht “apostolische Kirche”. Wo in der Bibel gibt es sowas? Wo wird auf so etwas verwiesen? Ich finde darüber nichts…
4. Glaubensartikel:
Ich glaube, dass der Herr Jesus seine Kirche durch lebende Apostel regiert bis zu seinem Wiederkommen, dass er seine Apostel gesandt hat und noch sendet mit dem Auftrag, zu lehren, in seinem Namen Sünden zu vergeben und mit Wasser und dem Heiligen Geist zu taufen.
> Hier tat sich mir die Frage auf, wer definiert, was Apostel sind. Eigentlich macht das nur die Bibel. Selbst Paulus hatte Probleme, weil man ihn nicht anerkennen wollte. Erst als er sagte, dass er ein Augenzeuge Jesu sei (weil er ihn gesehen hatte, sogar nachdem Jesus in den Himmel aufgefahren ist), legte sich der Tumult. Hier ein Beleg, den ich dazu gefunden habe und der meine Meinung unterstreicht:
“Die Kriterien für die zwölf Apostel können auf keinen später lebenden Menschen zutreffen.”
Das griechische Wort apostolos bedeutet “Gesandter, jemand der geschickt und beauftragt wurde”. Das eingedeutschte lateinische Wort dafür lautet “Missionar”. Die Apostel waren also Missionare, die ihre Hauptaufgabe in der Verkündigung der Erlösung durch Jesus Christus sahen, in der Neugründung von Gemeinden und ihrer Organisation. Die Verwaltung und geistliche Weiterführung dieser neu gegründeten Gemeinden übernahmen dann die Ältesten. Obwohl Paulus nicht den Begriff “Apostel” benutzt, beschreibt er doch die Aufgabe der Apostel in 2. Korinther 5,18-20: Sie sind Botschafter Christi und sollen von der Versöhnung des Menschen durch Jesus predigen.
Es ist nun egal, ob wir den griechischen, den lateinischen oder einen deutschen Begriff für Menschen nehmen, die diese Aufgabe der Verkündigung des Evangeliums in der Gemeinde hauptberuflich wahrnehmen. Wichtig ist, dass es sie gibt und nicht nur geistliche “Verwaltungsbeamte”. Wenn die Gemeinde Jesu das Evangelium in der ganzen Welt verkündigen soll, ehe das Ende kommt (Matthäus 24,14), dann ist dies einer der wichtigsten Dienste der Gemeinde.
Auch heute bezeichnen manche Christen ihre Leiter als “Apostel”. Weil sie vorgeben, das Sprachrohr Gottes zu sein, fordern sie den Gehorsam der Gläubigen. Einige betrachten sogar das geschriebene Wort Gottes, die Bibel, als “totes Kochbuch”, das “nicht satt machen kann”, während die Worte der Apostel für sie “Geist und Leben” sind.
Jesus und die Apostel dagegen betrachteten die Schriften des Alten Testamentes nicht als Sammlung toter Buchstaben, sondern als die Wahrheit (Johannes 17,17; 2. Petrus 1,20.21). Deshalb muss auch an der Schrift die Verkündigung jedes Geistlichen gemessen werden.
Natürlich hatte der Begriff “Apostel” auch eine besondere Bedeutung in der urchristlichen Gemeinde. Apostel konnte damals werden, wer die ganze Zeit mit Jesus gewesen war — von der Zeit Johannes des Täufers bis zur Auferstehung und Himmelfahrt Jesu. Er musste also dreieinhalb Jahre von Jesus persönlich unterricht worden sein, den Missionsauftrag empfangen haben, Zeuge seiner Auferstehung sein und von ihm berufen worden sein (Apostelgeschichte 1,21.22). Diese Kriterien eines Apostels können natürlich auf keinen später lebenden Menschen zutreffen. Deswegen starb das “enger” definierte Apostolat mit den Aposteln aus (vgl. auch Offenbarung 21,14).
Wahrscheinlich wollte man anfangs aus diesen Gründen den Anspruch des Paulus nicht anerkennen, ein Apostel Jesu zu sein. Deshalb wies Paulus daraufhin, dass Jesus auch ihn persönlich berufen und ausgesandt habe (er ist also Zeuge seiner Auferstehung, vgl. 1. Korinther 15,3-8), und er deutet auch an, dass Jesus ihn drei Jahre lang in der Wüste von Arabien unterrichtet hatte (Galater 1,1.11.12.15-18).
Wenn wir also nach der strengen urchristlichen Definition eines Apostels gehen, dann gibt es seit dem Tod des Johannes keinen Apostel mehr und wird es auch nicht mehr geben. Nehmen wir aber die eigentliche Bedeutung des Wortes, dann ist jeder, den Gott beruft, sein Botschafter zu sein, ein Apostel oder Evangelist, weil er Menschen zu Gott zurückführt und die Gemeinde Jesu aufbaut.
6. Glaubensartikel:
Ich glaube, dass die Heilige Taufe mit Wasser ein Bestandteil der Wiedergeburt ist und der Täufling dadurch die Anwartschaft zur Empfangnahme des Heiligen Geistes erlangt. Sie ist ferner der Bund eines guten Gewissens mit Gott.
> Mit dem zweiten Teil bin ich vollständig einverstanden, mit dem ersten teil muss ich sagen: Das ist leider falsch und eine Irrlehre, will dies auch gleich belegen! Wenn die Taufe (die ich auch mit 18 “bekommen” habe!) zur Wiedergeburt gehören würde, hieße es ja, dass alle, die die Taufe nicht annehmen, nicht gerettet werden, da sie nicht wiedergeboren sind! Das widerspricht aber der Tat, die Jesus vollbrachte, als er am Kreuz zu dem Kriminellen, der rechts neben ihm hing, sagte: “Noch heute wirst du mit mir im Paradies sein”. Wenn die Taufe retten würde, dann hätte Jesus hier keine Ausnahme machen können! Ja, die Taufe ist wichtig, und jedes gehorsame Kind Gottes wird sie auch ausführen, aber sie ist nicht heilsnotwendig!
Ich hab jetzt noch nicht viel angeschaut sondern nur die Glaubensgrundsätze. Diskutieren kann man darüber natürlich erst, wenn man sich im Wort Gottes auskennt. Wenn du dir jetzt in den von mir genannten Punkten nicht sicher bist oder sogar Zweifel bekommen hast, dann wisse, dass ich dich niemals von meiner Meinung überzeugen will, sondern immer rate: Lies die Bibel zu diesen Themen und lass dir sonst weder von mir noch von sonst jemandem reinreden, allein wenn dir was nicht klar ist, dann frag nach und prüfe aber wieder anhand der Bibel, ob das, was die Person sagt, wahr ist (das betone ich immer wieder, denn niemand ist vollkommen).
Naja, ich hoffe, ich bekomme auf meine Fragen noch irgendwie ne Resonanz
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hmm.. viel kann ich dazu nicht sagen, außer… schau dir mal deinen Punkt 3. des Glaubensbekenntnisses an… das machen ja selbst unsere “Standard” Katholiken so… “heilige, katholische Kirche”… einer der Punkte, warum ich ungern Katholike wäre… sind die anderen Christen nicht würdig, dass man an sie glaubt? Nun ja,… ich hab keinerlei Basis um über Glauben eine (mit Argumenten gefestigte) Diskussion zu führen… aber das waren meine 2ct.
Vllt als Nachtrag noch, in der Unterstufe war mein bester Freund (+ Familie) neuapostolisch, und ich war da 2mal mit zu nem Gottesdienst. War anders, war seltsam, aber die waren untereinander sowas von freundlich und aufgeschlossen, das war Wahnsinn. Das hab ich bisher noch sonst nirgendwo erlebt.
Ja, diese Aufgeschlossenheit solcher Gemeinschaften ist auch ein wesentlicher Punkt, warum die zusammenbleiben. Man hat Leute, die sich um einen kümmern. Das ist aber in fast allen Freikirchen so!
Hier noch ein Link zum Thema:
http://waechterstimme.tripod.com/kranefel.html