Faithbook – ein Journalist sucht den Himmel

Geschrieben am 10.Dez 2008 in Denk nach!, Glaube    Drucken Drucken



Mit seinem Buch “Faithbook” spricht Markus Spieker etwas aus, das jeden von uns betrifft – aber anscheinend keiner wirklich sagen will: Ich will in den Himmel.

Über das Leben nach dem Leben machen weltweit viele Menschen Gedanken – in Deutschland aber nur wenige. Während man mit diesen Gedanken weltweit der Mehrheit angehört, gehört man deutschlandweit doch der Minderheit an. Seltsam, oder?

Im Folgenden ein Ausschnitt eines Interviews mit Martin Spieker:

(Quelle: IdeaSpektrum)

idea: Warum haben Sie sich so intensiv mit dem Thema beschäftigt?

Spieker: Ein wichtiger Auslöser war für mich der Krebstod eines sehr guten Freundes. Er war nur zwei Jahre älter als ich, hatte Frau und Kinder, ein kreatives Multitalent mit einem ungeheuren Lebenshunger. Obwohl er in den letzten Jahren unglaublich litt, hat die Aussicht auf ein Ankommen bei Jesus viel von seiner Angst genommen. Zwei Tage, bevor er in die Ewigkeit gegangen ist, habe ich ihn mit Freunden besucht. Wir haben gemeinsam in der Bibel gelesen. Er hat uns ein Musikstück vorgespielt.
Ein befreundeter Pfarrer sagte später in einer Predigt:”Ich habe den Himmel noch nie so weit offen gesehen.”

idea: Wie stellen Sie sich den Himmel vor?

Spieker: Wie viel Platz haben wir? Das könnte ein paar Seiten füllen. Ich fange mal an: Also:
Wie einen sommerlichen Samstagnachmittag in einem Park. Wie eine Symphonie von Rachmaninow. Wie die Kathedrale von Chartres. Wie den Gewinn einer Fußballweltmeisterschaft. Wie die heißeste Erotik. Wie den perfekten Groove, wie den Strand von Ipanema. WIe ein Babylächeln, wie der gütige Blick einer Oma. Wie alle Herrlichkeit der Welt, nur Minus Schmerz und Tod, und unendlich potenziert.

Ich glaube, Gott hat die Paradiesbeschreibungen in der Bibel absichtsvoll kurz gehalten, um unsere Himmelsvorstellungen nicht dauerhaft auf die Fantasien der morgenländischen Antike zu beschränken. Ich bin fest davon überzeugt: Sinnlichkeit und Spiritualität werden im Himmel keine Gegensätze sein. Beim Himmel geht es nicht einfach darum, nach dem Tod zu überleben! Der Himmel ist das Über-Leben schlechthin, das Ultra-Leben, der Gipfel alles Schönen, Wahren, Guten.

In seinem Buch gibt es eine interessante Stelle über Aussagen von Menschen, die nicht an Gott glauben:

Ich glaube nicht an Gott, weil ich die Verhältnisse bessern will. Ich glaube nicht an Gott, weil ich meine SInnfragen geklärt haben will. Ich glaube nicht an Gott, weil ich etwas länger und ein bisschen glücklicher Leben will. Das alles sind wichtige, aber sekundäre Effekte Beweggründe. Meine primären Beweggründe sind andere: Ich will Leben ohne Verfallsdatum. Ich will echte Nachhhaltigkeit. Ich will das wahre Glück. Ich will Liebe auf Dauer. Ich will in den Himmel – jetzt ist es raus.

Wie siehst du den Himmel? Kann man heutzutage in Deutschland mit Leuten darüber reden? Oder ist der Himmel nur noch etwas für Betschwestern und Jenseitsvertröster geworden?

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