Die Sache mit dem grünen Zimmer

Geschrieben am 21.Dez 2009 in Aktuell, Mein Tag    Drucken Drucken

Hey,

also eigentlich wollte ich mal wieder etwas persönlichere Blog-Beiträge schreiben, so wie ich es ganz zum Beginn gemacht habe, 2006, als ich mit dem bloggen begann.

Nunja, aber dazu muss halt im Leben etwas passieren! Wenn nix passiert, kann man auch nix berichten. Ich hab ja festgestellt, dass nur etwas passiert, wenn man aus seinem Alltag ausbricht. Wer immer nur seinen regelmäßigen Gepflogenheiten nachgeht, der hat nie was zu berichten. Okay, NIE ist vielleicht übertrieben, aber schon sehr selten. Ich seh das manchmal  an manchen Menschen, mit denen ich so zu tun hab. Auch wenn ich den Kerl drei Jahre nicht gesehen hätte und ihn fragen würde, was es neues gibt, würde er nur mim Kopf schütteln und sagen “Hm, weiß net. Nix.”  Er wird mir ja kaum erzählen, dass seine DVD-Sammlung auf 226 angewachsen ist, er nun bei fünf Online-Communities angemeldet ist und sich jeden Tag die Top-10 der Youtube Videos im Profil seiner abonnierten Freunde anschaut. Aber ob ihr’s glaubt oder nicht: Solche gibt es wirklich, ich kenn einen persönlich (dunkle Haare und trägt nur Band-T-Shirts). ;-)

Und dann gibts noch solche wie mich, wo alle 6 Monate mal was berichtenswertes passiert. Das war ja nicht immer so. Früher musste ich nur aus dem Haus gehen und SCHWUPPS hatte ich ‘ne Story. Ist in letzter Zeit etwas…naja, sagen wir .. zäh geworden. Frage mich, ob das mit meinem Job zusammenhängt oder dass ich nicht mehr studiere oder… ach, wer weiß das schon. Auf jeden Fall… haben wir zuhause letzte Woche mein Arbeitszimmer umfunktionieren wollen. Naaa, zu was wohl, zum Babyzimmer natürlich, für den Sohnemann. Der ist übrigens schon so aktiv, dass ich gestern abend Fußball mit ihm gespielt hab. Ollys Bauch war dabei der Ball. Er immer schön raus, ich zurückgespielt, wie ein gutes Team eben. Tore sind aber keine gefallen.

Zurück zum Zimmer. Es war vorher weiß-blau. Ich geb zu, es war so ein Öffentliches-Toiletten-Blau. Oder Schwimmbad-Blau. Egal, es sollte grün werden. Hoffnungsvolles Grün, kein Pastell-Grün. Wir sind also zum Hornbach und haben es uns mischen lassen. Auf der Wand aufgetragen, sah der erste Anstrich absolut unverhofft aus: pastelliges grün natürlich. Also hab ich nochmal eine Tube gekauft (Jaaa, das Wort heißt genauso wie die zweite Silbe der Video-Website) und nachgemischt. Und dann ging’s los.

Ach nee, dann ja noch net, denn vorher haben wir das ganze blaue Zeug weiß überstreichen wollen. Im Keller hab ich dazu noch eine 2 Jahre alte weiße Farbe vom Lidl gefunden. Die war aber nix mehr, auch nach zweimaligem Zimmerstreichen hat man das Blau immer noch durchgesehen. Deswegen wurde ich gezwungen, nochmal zum Hornbach zu fahren und dort ultradeckende Farbe zu kaufen. Mit der hats dann auch gleich funktioniert.

Mit dem Grün war das aber so: Ich benutzte einen kleinen Roller, um die Farbe auf die Wand zu bringen. Der hat die da auch hingebracht – aber wenn ich nochmal über die eben gestrichene Fläche drüber bin, hat der die Farbe wieder abgezogen, sodass es an viiielen, vielen Stellen helle Flecken gab. Das wollte meine bessere Hälfte so nicht lassen, und deshalb musste ich nochmal drüberstreichen. Die Wand hatte bis zu dem Zeitpunkt also schon 1x Blau, 3x Weiß und 2x Grün aufgesogen. Ich kann mich noch daran erinnern, dass die Tapete früher eine Struktur hatte.

Nun gut, als ich dachte, ich sei nun endlich fertig und könnte die ganze Folie wegtun, die wir überall aufgespannt hatten, bemerkte ich, dass die Wand immer noch hell und dunkel gefleckt war. Innerlich tobte es schon in mir. Diese Wand machte mich echt fertig!! Leider war keine grüne Farbe mehr vorhanden, und ich konnte auch keine mehr nachmachen, die diesem Grünton entsprach… ich kratzte also noch das bisschen, was im Eimer vorhanden war, mit einem Pinsel heraus, und ging über die zu hellen Stellen. Ich schwor mir, es so bleiben zu lassen, egal wie’s am Ende aussehen würde. Aber ich wusste, dass ich die Rechnung natürlich nicht alleine machen durfte, und ich witterte auch schon die prüfenden Augen, und dann die Worte, die da zu mir gesprochen wurden: “Du, was ist denn mit der grünen Fabe, die du mit dem Pinsel über die Wand gestrichen hast… die ist irgendwie … anders..?!” Natürlich wollte ichs nicht wahrhaben undsoweiter, musste es aber schlussendlich auch bestätigen. Ich hatte das Zimmer soeben ins Gegenteil konvertiert. Was vorher hellgefleckt war, war nun dunkler. Oh man.

Das ganze ging nun noch einmal weiter, und ich machs kurz: Ich hab die restlichen Milliliter Farbe mit viel Wasser verdünnt und bin ein drittes Mal komplett über das grüne Zimmer gegangen. Und ob ihrs glaubt oder nicht – es hat funktioniert. Ich konnte es kaum glauben.

Zum Schluss setzte ich noch eine kleine Grafik an die Wand, wo bald das Bettchen steht. Das wars. In dieser Bude werde ich nix mehr renovieren. Jetzt soll der kleine Kerle kommen. Und wenn ihm das grün nicht gefällt – was mach ich dann?



Keine ähnlichen Beiträge gefunden

2 Meinungen zu “Die Sache mit dem grünen Zimmer”

  1. Helmut Heptner 22 Dezember 2009 at 19:19 #

    Danke für die tollen Berichte. Es liest sich fantastisch. Ich freue mich sehr, dass das Bild von Jessica “angekommen” ist. Ich freue mich aber auch, wenn es euch beiden, oder besser euch dreien, gut geht.
    Mit herzlichsten Grüßen aus dem Hohenlohischen
    Helmut Heptner und Familie.

  2. rob 22 Dezember 2009 at 23:10 #

    Hallo Helmut,

    vielen Dank, wünsche euch samt Enkel und Familie auch alles Gute!

Wie ist deine Meinung dazu?


Highslide for Wordpress Plugin