Obamas Gesundheitsreform – Ein Praxisbeispiel
Etwas an Charme und Charisma musste Obama ja bereits einbüßen, dennoch war er im ersten Anlauf erfolgreich: Sein “größtes Projekt” wurde trotz großen Demonstrationen durchgesetzt und wartet (Stand heute) nun doch noch einmal auf eine weitere Abstimmung – wegen Verfahrensfehler (Mehr Infos).
Von meinem Großonkel aus den USA bekomme ich immer mal wieder eine etwas andere Sicht auf die Dinge. Die europäischen Medien sind sehr stark polarisiert und berichten sehr oft einseitig über viele Dinge, was auch schon bei der Präsidentenwahl ersichtlich wurde.
In diesem Fall bekam ich eine E-Mail mit dem ungefähren Titel “Warum die Gesundheitsreform am Ende demotiviert“. Hier wird in einem Beispiel von einem Lehrer berichtet, der das Wesen der Gesundheitsreform auf die Notengebung in seiner Klasse anwandte – wobei am Ende alle wiederholen musste. Aber lest selbst, seine Aussage lautet:
Wohlstand lässt sich nicht vermehren, indem man es teilt
Ein Professor für Wirtschaft gab kürzlich bekannt, dass in seinen Kursen bisher noch niemals ein einziger Student wegen mangelnder Prüfungsleistung wiederholen musste. Jedoch gab es einen Fall, in dem der gesamte Kurs ausnahmslos durchgerasselt war. Die Studenten dieses Kurses hatten darauf bestanden, dass der Sozialismus funktioniere, den Obama vertritt, und dass niemand mehr ganz arm und niemand mehr ganz reich sein würde – Gerechtigkeit für alle eben.
Der Professor sagte: “In Ordnung, lassen Sie uns ein Experiment in diesem Kurs machen, ganz nach Obama’s Plan”. Von allen Noten würde der Durchschnitt genommen, sodass jeder die selbe Note haben würde wie die anderen Mitstudierenden. Niemand würde durchfallen, aber niemand würde wohl auch die 1 bekommen. Die Studenten waren einverstanden.
In der ersten Prüfung lag der Durchschnitt der geschriebenen Noten bei 2,1. Die Studenten, die hart und viel gelernt hatten waren darüber aufgeregt und ungehalten, während die anderen, die es hatten schleifen lassen, ganz froh mit der Situation waren. Vor der zweiten Prüfung lernten die Streber etwas weniger – und die eher Faulen lernten noch weniger und verbrachten den Tag davor lieber vor der Glotze oder im Kino.
Das Resultat der zweiten Prüfung war eine 3,8. Niemand war froh darüber, aber nur wenige sah ein, für den anderen mitzulernen, nur um dann am Ende doch wieder enttäuscht zu werden. Als die dritte Prüfung ausgegeben wurde, lag der Gesamtdurchschnitt bei 4,9.
Nun nahm die Unzufriedenheit der lernwilligen Studenten überhand. Beschuldigungen und Beschimpfungen wurden laut. Es ging soweit, dass auch die fleißigen Studenten nicht mehr für die Faulen arbeiten wollten. Die Noten wurden noch schlechter.
Der gesamte Kurs fiel am Ende durch, aber das Projekt wurde durchgezogen. Der Professor bestätigte seine Meinung über diese Art des Sozialismus’ mit folgenden Worten:
“Wenn die Belohnung groß ist, werden die Anstrengungen hoch sein, um erfolgreich zu sein. Wenn die Regierung die Belohnung jedoch verkleinert, indem sie diese aufteilt, werden die Anstrengungen insgesamt nachlassen. Am Ende sind alle demotiviert.”
Soeben hörte ich auf einem amerikanischen Radiosender, dass momentan viele Leute auf der Straße seien und für ein “freies Kaufverhalten” demonstrieren. “Die Regierung kann uns nicht vorschreiben, ob und was für ein Auto wir kaufen sollen oder dass wir uns ein Haus kaufen müssen. Ebenso hat uns die Regierung auch nicht vorzuschreiben, dass wir uns jetzt eine Versicherung kaufen müssen!”
Ich dachte an uns Deutsche. Handhaben wir es nicht genauso? Jeder von uns hat sich nach einem Blick auf seinen Gehaltszettel schon gefragt, warum man so viel (14,5%) seines Brutto-Lohns für die Krankenversicherung ausgeben muss, wenn man im Jahr doch nie so oft krank ist, dass sich das lohnen würde (Ganz davon abgesehen dass man evtl in 30 Jahren davon profitieren könnte)
Was meint ihr dazu? Ist das ganze wirklich gerecht? Oder wird denen Unrecht getan, die sich überdurchschnittlich stark einsetzen?
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Obamas Gesundheitsreform: Taugt sie was? http://www.planetshaker.de/2010/03/25/ob...
@planetshaker5 Dieser Vergleich ist absurd aber typisch republikanisch.
KV ist ein Stück Lebensqualität & Würde und darf nie optional sein.
Interessanter Artikel!
Der Vergleich mit den Studenten klingt auf den ersten Blick gut und richtig, allerdings hinkt er ein wenig, wenn man ihn genauer mit der Gesundheitsreform Obama’s vergleicht.
Im Falle der Studenten stehen die Noten sozusagen für den “Lohn” ihrer Arbeit. Werden diese angeglichen, so wie im Beispiel, hieße das für die reale Welt, dass alle Löhne und Gehälter angeglichen würden. Dass also der Bankdirektor gleich viel verdient, wie der einfache Arbeiter – völlig egal, wie verantwortungsvoll oder zeitintensiv die Tätigkeit ist.
Genau das hat Obama aber mit der Gesundheitsreform NICHT geschaffen, sondern lediglich eine Grundsicherung für alle amerikanischen Brüger, die (soweit mir bekannt) in allen modernen, westlichen Staaten längst Standard und damit auch in den USA überfällig ist. Natürlich hat dieser Schritt im Mutterland des Kapitalismus nicht nur Freunde und die Diskussion über die Höhe einer solchen Krankenversicherung ist legitim, aus meiner Sicht aber nicht die Diskussion über seinen Sinn.
Würde dieser in Frage gestellt, könnte man auch weitergehen und provokativ fragen, wozu baut der Staat Straßen oder setzt Polizisten ein, wenn wir unsere eigenen bauen oder diverse Angelegenheiten in Selbstjustiz regeln könnten…?!
1. Fast alle westlichen statlich organisierten Desundheitswesen sind pleite. Die Leistungen sind auf das wirklich notwendige heruntergefahren. Die Realitaet der sich die meisten Menschen nicht stellen wollen ist das es in den meisten westlichen Laendern einen regelrechten Gesundheitstourismus gibt.
Auch ist es vielen Menschen in westlichen Laender nicht einsehbar aber jeder arbeitende Mensch zahlt fuer die Gesundheit, fuer seine und auch fuer die Buerger die nicht arbeiten.
Mathematische Grundprinzipien and das menschliche Wesen sind durch Idologien wie der Sozialismus oder Kommunisnus noch niemals in der Histrorie der Menschheit veraender worden.
Es geht um die Hoehe des Beitrags und die angemessene Hoehe des Beitrags.
2. In den USA hat bis dato jeder legal und illegal Lebende eine Versicherung kaufen koennen. Die Methode des Kaufens ist natuerlich anders als in Deutschland (in den meisten Faellen).
Die Gesundheitsreform in den USA hat weniger etwas mit Gesundheit zu tun sondern mit der elementaren Frage nach dem System des Staates.
Wahrend kanadische Buerger regelrecht in die USA reisen um anstehende OPs zu haben, die das statliche (westliche) Krankenversichungssystem nicht mehr zahlt, sind die Unterstuetzer einer Statlichen Krankversicherung in der Regel ideologische Extremisten oder ungebilde Menschen, die weit von der Realitaet leben.
Das Gras ist immer gruener auf den anderen Seite der Mauer.
3. Es waere allen gut tun sich eine Adlerperspektive zu schaffen und nicht aus Froschperspektive Ereignisse/Dinge in der Welt kommentieren.
Lieber Will!
1. Es ist äußerst mühsam deinen Kommentar zu lesen, da er grammatikalisch sowie im Bereich der Rechtschreibung (ganz zu schweigen von der Interpunktion) sehr zu wünschen übrig lässt. Bitte hole dir doch fürs nächste Mal Hilfe von einem Erwachsenen, der mit den oben genannten Begriffen etwas anfangen kann. Damit tust du uns allen einen Gefallen. Danke.
2. Leider hast du keineswegs verstanden, dass eine staatliche Krankenversicherung weder etwas mit Sozialismus oder Kommunismus zu tun hat, sondern mit dem Solidaritätsprinzip in demokratisch geprägten Ländern.
3. Falls du den Film “Sicko” von Michael Moore nicht kennst, würde ich ihn dir sehr dringend empfehlen. Er werden darin zwar einige Punkte etwas überspitzt dargestellt, im Großen und Ganzen stellt er aber die Situation des US-Gesundheitswesens vor der Reform sehr überzeugend dar.
Hallo CK – Danke fuer die aufmerksamen Worte. (!)
Da ich in den USA lebe und selber die Vorzuege und Nachteile von Systemen mitkriege erscheint es mir als einseitig wie die Medien in Deutschland ueber die politischen Ereignise Berichten.
Wer Michael Moore als Standard fuer Allgemeinbildung annimmt hat eine einseitige Sicht der Dinge praesentiert bekommmen.
Hello CK,
Thank you for your great words of wisdom.
However I do not think that you have the proper view of things. I believe you are manipulated like many other people in Germany by believing everything that media is pesenting to you.
I trully believe that the change in Healthcare is essential a tool that is being used to transform the American System.
Whether you believe or not – if you check the lattest Gallop poles – this is what over 60 percent of the American people say.
Lieber Will,
ich helfe doch wo ich kann…
Allerdings habe ich weder Michael Moore als Standard für Allgemeinbildung angenommen, noch bekomme ich eine einseitige Sicht der Dinge präsentiert.
Mein Anliegen war vielmehr dir die Situation deines Landes etwas näher zu bringen, die du anscheinend nicht besonders gut zu kennen scheinst. Für mich stellt sich deine Haltung als sehr antiquiert und von einem Kalten Krieg geprägt dar, der seit einiger Zeit keine Rolle mehr in der weltpolitischen Situation spielt. Das gilt natürlich nicht für Anhänger der Republikanischen Partei, die in jeglichem Anflug sozialer Gerechtigkeit eine Bedrohung durch den Kommunismus sehen.
Ich möchte dir noch eine Sache sagen und es dann dabei belassen:
Barack Obama und seine Politik sind das Beste, was den USA in den letzten Jahren (vielleicht sogar Jahrzehnten) passiert ist. Und früher oder später werden es auch die Letzten bemerken…