Eva Herman, die Loveparade und das Problem

Geschrieben am 26.Jul 2010 in Aktuell, Denk nach!    Drucken Drucken

Momentan sind die Hasstiraden auf twitter in vollem Gange – alle drei Sekunden gibt es einen neuen Eintrag mit dem Schlagwort “Eva Herman”. Manche wünschen ihr den Tod, andere machen sich nur lustig über sie, und unter 50 fand ich keinen, der ihr den Rücken stärkte.

Was war passiert?

Eva Herman hat sich in einem Artikel beim Kopp Verlag über die Loveparade und deren Opfer am Samstag in Duisburg geäußert. Auf eine Art und Weise, die man heute wohl benutzen muss, damit sich die Menschheit überhaupt dafür interessiert. Nicht anders hat es Sarrazin gemacht, und dafür einerseits Zustimmung und anderersets Ablehnung kassiert. Eva Herman’s Artikel kann hier nachgelesen werden.

Schnell fanden sich einige Blogbetreiber, die einen “offenen Brief” an Herman verfassten und ihr Verhöhnung und Diffamierung vorwarfen, einen “Schlag ins Gesicht der Opfer”. Eva Herman deutete an, dass das Geschehene eine Strafe Gottes sein könnte, für all die moralischen Verwerflichkeiten, die auf einer Loveparade stattfinden (wobei sie feststellte, dass der Begriff “Liebe” niemals ärger durch der Dreck gezogen wurde als hier).

Sicherlich waren ihre Worte hart gewählt, Angehörige der Opfer könnten sich durchaus verhöhnt fühlen, deshalb gab Eva Herman einen weiteren Beitrag heraus, der die Sachlage klären und verdeutlichen sollte, was ihr wohl nicht gelang, denn auch darüber macht sich die Web-/twitter-Gemeinde lustig.

Aber betrachten wir das inhaltlich von ihr Gesagte mal etwas genauer. Sie stellte das Treiben auf der Loveparade mit dem Handeln in Sodom und Gomorrha gleich. Weiß jemand von euch überhaupt noch, was damals dort passierte? Kennt jemand von euch noch die Geschichten Abrahams und Lots, die diese Ortsnamen überhaupt in unsere Zeit brachten? Und warum Gott den Ort mit Feuer und Schwefel zerstörte? Um es ganz einfach zu sagen: Die meisten Menschen hatten die moralischen Verwerflichkeiten bis ans Äußerste getrieben, und alle anderen, die dagegen etwas hatten, sollten einfach umgebracht werden, wie der oben genannte Lot (Lest hier die Geschichte dazu).

Heute sieht es oft nicht anders aus. Doch sehen die meisten Menschen das nicht mehr, weil es sich derart in ihr Normalitätsbewusstsein gebrannt hat, dass alle, die dagegen etwas sagen, nicht nur als “unnormal” abgestempelt werden, sondern gleich auch vernichtet werden sollen! Hallo? Wo leben wir denn? Einerseits wird Toleranz gefordert, andererseits bringt man sie selbst nicht auf!

Dabei bemerken nur die wenigsten den Zusammenhang zwischen dem Verfall der Moral, der Übersexualisierung der Gesellschaft und der Bindungslosigkeit, die sich in Beziehungen einschleicht. Die Scheidungsrate in Deutschland liegt bei (fast) über 50%! Wenn bei Daimler 50% der Autos kaputt gehen würden, würden die da aber ganz schnell nach der Ursache für die Probleme suchen! Aber wir sehen die Probleme nicht (ein). Stattdessen wird versucht, allen das Maul zu stopfen, die etwas dagegen sagen.

Natürlich hat Eva Herman überreagiert, vor allem in Anbetracht der Toten – aber der Kerngedanke sollte wirklich einmal emotionslos und sachlich diskutiert werden!

In einem Beitrag las ich “Natürlich kann Eva Herman ihre Meinung offen sagen. Sie kann es genauso, wie ich sie dafür offen verachten kann!“.  – Klar kannst du das. Aber siehst du damit über deinen Tellerand hinaus? Siehst du, womit alles zusammenhängt?

Der Autor des kleinen Prinzen sagte einmal:

Wenn ein Volk gottlos wird, dann sind

  • Regierungen ratlos
  • Politiker charakterlos
  • Beratungen ergebnislos
  • Schulden zahllos
  • Lügen grenzenlos
  • Sitten zügellos
  • Ehen bindungslos
  • Moden schamlos
  • Aussichten hoffnungslos

Philosoph Antoine De St. Exupery, (“Der kleine Prinz”) ca. 1935

Ein Statement, das heute brandaktueller nicht sein könnte.

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8 Meinungen zu “Eva Herman, die Loveparade und das Problem”

  1. Will 26 Juli 2010 at 15:35 #

    Eva Hermann beschreibt die Situation recht gut. Mit “Love” hatte die “Parade” nichts zu tun. Haette man auch Sex and Drugs Parade nennen koennen.
    Und wahrscheinlich gespronsert mit oeffentlichen Mitteln.
    Die Wahrheit ist nicht immer angenehm.

    Will

  2. Nadia 26 Juli 2010 at 16:11 #

    Sehr wahr!!!

  3. erika 26 Juli 2010 at 18:03 #

    Im Großen und Ganzen bin ich mit frau hermann einverstanden. Nicht umsonst steht in der bibel, dass das wort gottes dem Nicht-Gläubigen ein Buch mit sieben Siegeln sein wird. Es ist zwar richtig, aber ungeschickt es so zu formulieren.
    wir sollten uns rechenschaft abgeben was wir mit unsern aussagen auslösen. vor allem für den namen gottes.
    ist gott wirklich so? oder ist er nicht viel mehr der, der verhindert hat, das es noch schlimmer kam? satan ist doch der, der vernichten will. gott will retten. natürlich ist er traurig über uns menschen. aber er ist nicht der, der uns vernichten will. er hat uns durch seinem sohn gerettet und nicht vernichtet. nicht mal der vernichtung preisgegeben.
    es wäre schön wen wir unsere veröffentlichungen genauer unter dem aspekt, gottes namen zu ehren, anschauen würden und gleichzeitig im blick halten wie die menschen, die gott am herzen liegen, sein wille und seine gedanken vernehmen und verstehen könnten.
    wir sind sein bodenpersonal und die vermittler zu gott hin. das ist unsere verantwortung. nicht den mahnfinger in die höhe halten und den leuten einen strafenden gott vorführen. das verstehen sie nicht. er ist ihr retter, das suchen sie.

  4. Gerald 27 Juli 2010 at 14:25 #

    Als Verfasser des hier verlinkten, offenen Briefes, erlaube ich mir auch Stellung zu beziehen und hier auch nochmals zu betonen, dass ich wegen der von ihr getätigten Äußerungen nicht geschockt war. Ich habe auch schon einmal betont, dass es jedem erlaubt sein sollte seine eigene Meinung zu haben und diese auch öffentlich zu vertreten. Ich vertrete auch weiterhin die Meinung, dass die Tragödie von Duisburg hier genutzt wurde um sich in das Rampenlicht zu befördern. Ihre Meinung gönne ich ihr, angesichts von 19 Toten und über 300 Verletzten kann jedoch von einem angepassten Zeitpunkt, besonders bei dieser Wahl der Worte (WICHTIG: immer auf den ursprünglichen Artikel bezogen) nicht die Rede sein. Das und ganz alleine das ist der Grund meines Briefes gewesen.

  5. Heidi 29 Juli 2010 at 10:26 #

    Eva Herrmann hat vollkommen recht. Nur wäre es sinnvoller die Menschen zu Gott und zu der wahren Liebe hinzuweisen, anstatt von dem falschen wegweisen. Die Betroffenen werden sich sicher selber hinterfragen, wie die junge Frau die immer nur Warum, Warum fragen kann. Ein liebevoller Hinweis – oder besser gesagt ein Hinweis mit Liebe auf die wahre Liebe könnte da sehr fruchtbar wirken.

  6. Lex 30 Juli 2010 at 20:54 #

    Im Rampenlicht zu stehen, dass finden wohl viele toll. Eva Hermann auch. Sonst wäre sie wohl kaum Moderatorin geworden. Aber warum sollte jemand dabei im Kreuzfeuer der Kritik stehen wollen? Wenn man bedenkt, dass Eva Hermann über Jahre hinweg eine allseits respektierte Moderatorin war, so fällt es schwer sich vorzustellen, sie könnte Gefallen daran haben durch den Dreck gezogen zu werden. Doch das dies der Fall sein würde, muss ihr doch klar gewesen sein als sie ihren Text veröffentlichte. Schließlich hat sie ja bereits einige schlechte Erfahrungen gemacht, vor allem im Zusammenhang mit ihrem Buch “Das Eva Prinzip”. Daher denke ich, dass die Motivation ihres Handelns in der tiefsten Überzeugung beruht, dass in unserer Gesellschaft einiges katastrophal schief läuft. Dabei gehört sie zu den ganz wenigen “Prominenten”, die bereit sind das offen anzusprechen und zwar ohne Rücksicht auf persönliche Verluste, wie es sich in der Vergangenheit gezeigt hat. Daher empfinde ich größten Respekt und Hochachtung vor ihr. Sie hat gesagt, was gesagt werden musste.

  7. Cornelia 3 August 2010 at 07:54 #

    Du schriebst, es wäre möglicherweise besser gewesen von Frau Hermann, ihre Meinung anders zu formulieren. Ich meine dazu, die Menschen mit der unverblümten Wahrheit zu konfrontieren, ist notwendig, denn wie Du ja sicherlich weißt, tendieren Nichtchristen oft dazu, die Wahrheit so zu interprtieren, sie umzuformulieren, ihr so lange Gewalt anzutun, bis sie “endlich paßt”. Das Auf-den-Punkt-kommen von Frau Hemann gefällt mir sehr. Sie ist eine außerordentliche Frau und beweist viel Mut zu Wahrheit. Wir können von ihr lernen.

  8. Thomas 4 August 2010 at 08:04 #

    Zum Glück gibt es noch mutige Leute wie Eva Hermann, die Dinge aus dem richtigen Blickwinkel sehen.

Wie ist deine Meinung dazu?


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